Gesundheitsförderung im Betrieb Suchtprobleme am Arbeitsplatz erkennen und handeln

Gesundheitsförderung und Suchtprävention in kleinen und mittleren Unternehmen stehen im Mittelpunkt einer Broschüre, die der Fachverband Sucht e.V. herausgegeben hat. Anhand von Fallbeispielen bietet der Leitfaden Informationen zum Umgang mit Suchtkranken.

Suchtstörungen kommen in vielen Unternehmen vor: Eine neue Broschüre gibt Tipps, wie Führungskräfte und Betriebsinhaber damit umgehen. - © Foto: Africa Studio/Fotolia.com

Nach Angaben des Fachverbands gibt es in Deutschland unter den 18-64-Jährigen etwa 3,2 Mio. suchtkranke Personen (ohne Tabak). Für Führungskräfte und Inhaber ist der Umgang im Betrieb nicht einfach. Während in größeren Unternehmen für Themen wie "Gesundheitsförderung" oder "Sucht am Arbeitsplatz" häufig entsprechende Strukturen vorhanden sind, wie beispielsweise Arbeitskreise, Dienst- und Betriebsvereinbarungen, sind diese in kleinen Betrieben nicht oder kaum vorhanden.

Umgang mit alkoholisierten Mitarbeitern

Eine neue Broschüre, die vom Fachverband herausgegeben worden ist, bietet unter anderem Strategien zur Erkennung von Suchtproblemen am Arbeitsplatz, Handlungsmöglichkeiten für Inhaber und Führungskräfte, Suchtbehandlung und berufliche Wiedereingliederung sowie externe Ansprechpartner und weiterführende Informationen. Als Beispiel wird in der Broschüre der alkoholisierte Mitarbeiter am Arbeitsplatz genannt. Als Betriebsinhaber oder Führungskraft sollte man ihn zum eigenen und zu seinem Schutz nicht mehr weiterarbeiten lassen. Auf keinen Fall sollte er sich selbst überlassen werden oder alleine nach Hause geschickt werden.

Stattdessen wird Arbeitgebern geraten, seinen Heimweg zu organisieren (Taxi, Familienmitglied etc.) oder den Beschäftigten in ärztliche Behandlung zu bringen. Möglich ist auch, dem Betreffenden anzubieten, im Krankenhaus oder in der Arztpraxis einen Alkohol- oder Drogentest durchzuführen. Darüber hinaus werden in Form von Merkblättern Hinweise zu gesetzlichen Regelungen, Auffälligkeiten einer Suchtproblematik und zur Gesprächsführung gegeben.

Die Broschüre "Suchtprobleme in Klein- und Kleinstbetrieben" ist unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Handwerker-Fonds Suchtkrankheit entstanden. Ein praxisorientierter Leitfaden für Führungskräfte kann kostenlos beim Handwerker-Fonds Suchtkrankheit bezogen werden (E-Mail: info@handwerker-fonds.de) oder im Internet unter sucht.de heruntergeladen werden. dhz