Eine europaweite Studie zeigt, dass kleine Betriebe im Bauhauptgewerbe hochwertige Werkzeuge und Materialien bevorzugen. Die Chefs im Babyboomer-Alter sind eher umweltbewusst, während die Jüngeren in einem anderen Bereiche aktiver sind.

Die Auftragslage in der Baubranche ist ausgedünnt und die großen Baufirmen ächzen unter ihrer Personal- und Kostenlast. Natürlich haben auch die kleinen selbstständigen Bauhandwerker einen schweren Stand – doch sind sie bei den Angebotspreisen durch ihre schlankere Aufstellung im Vorteil. Eine neue Studie zeigt, dass die Kleinen europaweit im Kommen sind: Dank ihrer Flexibilität und Vielseitigkeit können kleine Baubetriebe die Lücke auffüllen, die größere Baubetriebe hinterlassen, weil sie entweder ausgebucht sind oder höhere Preise verlangen müssen. Dadurch werden die Kleinbetriebe auch für die Baustoffbranche und für Werkzeughersteller zu begehrten Kunden – und ihr Einkaufsverhalten rückt stärker ins Zentrum des Interesses. Was muss ein Anbieter diesen Unternehmen bieten, damit sie ihr Arbeitsmittel bei ihm beziehen? Die Studie "European Handyman Insights Monitor" von USP Marketing Consultancy zeigt: Qualität geht auch bei den Kleinen vor. Dazu wurden kleine, selbstständige Betriebe aus dem europäischen Bauhauptgewerbe mit maximal drei Mitarbeitern befragt.
Qualität wichtiger als Nachhaltigkeit
No-Name-Produkte und Handelsmarken werden demnach selten eingekauft. Auch die kleineren Baufirmen bevorzugen etablierte, hochwertige Marken. Europaweit zeigen 48 Prozent von ihnen eine Vorliebe für Werkzeug und Materialien in Profiqualität.
Die Nachhaltigkeit der Bauprodukte ist vielen Kleinunternehmen hingegen weniger wichtig. Insbesondere in Deutschland und den Niederlanden haben die kleineren Bauunternehmen deutlich weniger Ambitionen, bei der Produkt- oder Händlerwahl auf Nachhaltigkeitsoptionen zu achten, als etwa in Italien, Polen oder Spanien. Ein auffälliges Ergebnis: Zumindest bei der Produktwahl scheinen Kaufentscheidende im sogenannten Babyboomer-Alter sich mehr um die Umwelt zu kümmern als die Angehörigen der jüngeren Generationen.
Die Jungen sind hingegen beim Online-Shopping aktiver. Obwohl Vor-Ort-Einkäufe im Fachhandel in Deutschland wie Europa traditionell der wichtigste Einkaufsweg bleiben, nimmt die Beliebtheit von digitalen Bestellungen immer weiter zu. Bisher bestellt europaweit jedes sechste Klein-Bauunternehmen die meisten ihrer Produkte online. In Großbritannien und Deutschland – beides Länder, in denen der E-Commerce stärker Fuß gefasst hat als in Süd- und Osteuropa – kaufen mehr online ein. dhz