Einwanderung hilft der Wirtschaft Studie: Bilanz zur Zuwanderung fällt positiv aus

Viele Zuwanderer sind hochqualifiziert und tragen dazu bei, den Fachkräftemangel in Deutschland einzudämmen. Das zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Durch die Zuwanderung steigt aber nicht nur die Wirtschaftskraft hierzulande.

Laut einer Studie des Instituts für Deutsche Wirtschaft (IW) zahlt sich die Zuwanderung von Rumänen und Bulgaren aus. Die negativen Effekte des demographischen Wandels können so laut Institut abgemildert werden. - © Tanja Bagusat/Fotolia.com

Die Diskussion über die Migration aus Südosteuropa wird in Deutschland in den vergangenen Wochen kontrovers geführt. Gerade im Zusammenhang mit der Zuwanderung von Rumänen und Bulgaren war viel von "Armutszuwanderung" die Rede. Laut IW sprechen die Fakten jedoch eine andere Sprache. Eigenen Berechnungen des Instituts zufolge zahlt sich die Zuwanderung von Rumänen und Bulgaren unter dem Strich aus.

Abschlüsse in Naturwissenschaften und Technik

Laut Institutsangaben besitzen knapp 25 Prozent der erwachsenen Zuwanderer aus diesen Ländern einen akademischen Abschluss. Unter den Zuwanderern aus allen Ländern besitzen 29 Prozent einen akademischen Abschluss. Des Weiteren kommt die Erhebung zu dem Ergebnis, dass zehn Prozent aller erwachsenen Zuwanderer über einen Hochschulabschluss in einem MINT-Fach verfügen. In den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik seien die Zuwanderer besonders qualifiziert. Unter den Rumänen und Bulgaren liegt dieser Anteil bei acht Prozent, während es in der Gesamtbevölkerung nur sechs Prozent sind.

Willkommenskultur etablieren

Darüber hinaus belegt die IW-Untersuchung, dass Zuwanderung die negativen Effekte des demographischen Wandels abmildert. Durch die neu hinzugekommenen Arbeitskräfte könne die Wirtschaftskraft Deutschlands steigen. Auch die öffentlichen Haushalte und Kommunen würden davon profitieren. Allerdings weisen die IW-Forscher darauf hin, dass Deutschland im Wettbewerb um ausländische Fachkräfte noch Nachholbedarf hat. Das Institut fordert deshalb die Etablierung einer Willkommenskultur sowie die Unterstützung der Zuwanderer mit Blick auf Informations- und Qualifikationsangeboten in ihren Heimatländern.

Die Auswirkungen des demographischen Wandels hat das IW mit einem so genannten "Demografie-Tool" interaktiv dargestellt. Der Nutzer kann an einigen Stellschrauben wie der Zahl der Zuwanderer drehen und so virtuell die Zukunft Deutschlands gestalten. dhz