Nur noch halb so viele Menschen wie 1991 waren 2009 im Bauhauptgewerbe beschäftigt. Viele Großunternehmen sind laut dem Ifo-Institut vom Markt verschwunden.
Strukturwandel in der deutschen Bauwirtschaft
In der deutschen Bauwirtschaft hat sich nach Auskunft des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) ein "fundamentaler Strukturwandel" vollzogen. Nachdem die erste Hälfte der 90er Jahre noch von einem Bauboom in Folge der deutschen Wiedervereinigung geprägt war, musste die Branche in den folgenden zehn Jahren einen drastischen Rückgang der Baunachfrage verkraften.
So wurden im Jahr 2005 – preisbereinigt – ein Viertel weniger Bauinvestitionen getätigt als zehn Jahre zuvor. Der Anteil der Bauwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt fiel im selben Zeitraum von vierzehn auf zehn Prozent. Diese extreme Entwicklung – fünf Jahre Boom gefolgt von zehn Jahren Schrumpfkur – hatte drastische Auswirkungen.
Weniger große und mittelgroße Betriebe
Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe schrumpfte um mehr als die Hälfte von 1,4 Millionen im Jahr 1995 auf 715.000 im Jahr 2009. Besonders betroffen waren die großen Unternehmen. 2009 gab es in Deutschland nur noch 25 Baufirmen mit mehr als 500 Beschäftigten – 1991 waren es noch 180. Auch die Zahl der mittelgroßen Betriebe ist im selben Zeitraum deutlich gesunken.
Zugenommen hat hingegen die Anzahl der kleinen Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern. Ihre Zahl stieg zwischen 1995 und 2009 um 15.620 (38 Prozent), so dass die Zahl der Bauunternehmen insgesamt sogar geringfügig zugenommen hat. Besonders deutlich werden die Veränderungen in der Baubranche, wenn man die Liste der jeweils zehn größten Unternehmen betrachtet.
kin