Die wirtschaftliche Erholung vollzieht sich einer Studie zufolge in den neuen Bundesländern langsamer als in Westdeutschland. Grund dafür sind geringere Industrialisierung und Exportorientierung.
Strukturschwächen dämpfen Wirtschaftserholung im Osten
Insgesamt erwarten die Forscher des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Ostdeutschland von 1,5 Prozent in diesem Jahr nach einem Einbruch von 3,5 Prozent im vergangenen Jahr. Für Gesamtdeutschland sieht das IWH das Wachstum bei 2,0 Prozent nach einem Einbruch von 4,9 Prozent 2009. Die Erholung in den neuen Bundesländern greift seit dem Frühjahr auf den gesamten Unternehmenssektor, darunter insbesondere auf die produktionsnahen Dienstleister, über, wie es weiter heißt. Das Baugewerbe profitiere von den zur Verbesserung der Infrastruktur aufgelegten konjunkturstützenden Maßnahmen. Dagegen blieben die konsumnahen Zweige infolge des Verbrauchsrückgangs einer weiter sinkenden Einwohnerzahl in der Erholung zurück.
Der ostdeutsche Arbeitsmarkt erwies sich den Forschern zufolge gemessen an der Stärke des Produktionseinbruchs "als bemerkenswert robust". Allerdings habe sich die Beschäftigung ungünstiger als in Westdeutschland entwickelt. Während in der Industrie Personal in vergleichbarer Größenordnung wie im Westen abgebaut worden sei, hätten im Osten die Beschäftigungsverluste nicht durch Einstellungen im Dienstleistungssektor ausgeglichen werden können. In Ostdeutschland dürfte die Arbeitslosigkeit vor allem aus demografischen Gründen zurückgehen.
ddp