Kleine Betriebe profitieren nicht von sinkenden Strompreisen Strompreise: Vergleichen lohnt sich auch für Handwerker

Laut einer Untersuchung des Verbraucherportals Verivox zahlen private Verbraucher und kleine Betriebe zu viel für ihren Strom, während Großabnehmer von billigen Angeboten profitieren. Mit einem Preisvergleich sparen auch Handwerksunternehmen Energiekosten. Von Matthias Heiler

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Strompreise: Vergleichen lohnt sich auch für Handwerker

Nach Angaben des Verivox-Verbraucherpreisindex haben sich die Großhandelspreise für Grundlaststrom an der $(LEhttp://www.eex.com/de/:Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX)|_blank)$ im Laufe des letzten Jahres halbiert. Stromversorger und Großabnehmer sind die Gewinner dieser Entwicklung. Zwischen August 2008 und Juli 2009 sanken die Strompreise für die Versorger um 19,3 Prozent. Sondervertragskunden bezahlten 8,5 Prozent weniger. Privat- und kleine Gewerbekunden mussten im Vergleich zum Vorjahr hingegen 5,8 Prozent mehr Geld für ihren Strom auf den Tisch blättern.

Großabnehmer sind im Vorteil

Ursache für diese Zweiklassengesellschaft ist die starke Verhandlungsposition der Großabnehmer. In diese Kategorie fallen Gewerbekunden, die pro Jahr mindestens 100.000 Kilowattstunden (kWh) Strom abnehmen. Ab dieser Größenordnung kann der Verbraucher mit seinem Versorger in den meisten Fällen einen Sondervertrag aushandeln, der sich aus Arbeitspreis, Grundgebühr und Leistungsanteilen zusammensetzt. Richtig lukrativ wird es für Betriebe, die jährlich eine Million kWh und mehr abnehmen. Dann lassen sich die Stromanbieter auf ganz individuelle Konditionen ein, mit denen die Kunden richtig Geld sparen.

Strompreisvergleich lohnt sich

Viele Handwerksbetriebe liegen mit ihrem Verbrauch allerdings unter der Grenze von 100.000 kWh und haben daher eine schlechte Verhandlungsposition. Die Lieferverträge sind in der Regel wie bei Privatkunden aufgebaut und bestehen aus Arbeitspreis plus Grundgebühr. Der Preisvergleich lohnt sich laut Verivox allerdings auch für Handwerksbetriebe, die weniger als 100.000 kWh pro Jahr verbrauchen. Gerade Unternehmen, die viel Strom im Nachtbetrieb benötigen, können mit entsprechenden Tarifen Geld sparen.

Handwerker, die ihre Stromkosten überprüfen wollen, können mit dem Strom-Preisvergleich unter verivox.de im Bereich Gewerbekunden sofort ihren individuellen Stromtarif berechnen lassen. Alternativ bietet Verivox eine Ausschreibungsplattform für Sondervertragskunden an. Gewerbliche Energieverbraucher können sich so eine unverbindliche und schnelle Marktübersicht verschaffen.

Als weitere Möglichkeit haben zahlreiche Handwerkskammern Rahmenvereinbarungen mit örtlichen Stromanbietern, denen Handwerksunternehmen beitreten können. Damit sparen auch kleine Betriebe ohne Wechsel des Stromanbieters Geld. Interessierte Handwerker sollten sich bei ihrer Kammer beraten lassen.

Verhandeln oder wechseln

Handwerker sollten mit ihren aktuellen Versorgern über günstigere Tarife verhandeln und dabei Vergleichsangebote als Argument nutzen. Zeigt sich der Stromlieferant stur, hilft der Wechsel zur Konkurrenz. Wer den Stromanbieter wechseln will, unterschreibt einfach einen Vertrag beim neuen Versorger. Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die Kündigung des alten Lieferkontrakts. Allerdings muss der Wechselwillige genau auf die Kündigungsfrist des alten Vertrags achten – diese beträgt bei Gewerbekunden häufig drei Monate vor Vertragsablauf oder länger. Falls der alte Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt wird, verlängert er sich oft um ein Jahr. In Einzelfällen muss der Kunde selbst kündigen.

Deshalb sollten sich Handwerker frühzeitig um den Wechsel kümmern. Um die Versorgungssicherheit muss sich der Unternehmer keine Sorgen machen: Der örtliche Grundversorger ist laut Gesetz zu einer lückenlosen Stromlieferung verpflichtet.