Elektrohandwerk zur Energiewende "Strompreisbremse ist Herumlaborieren"

Das Elektrohandwerk sieht die von Umweltminister Altmaier und Rösler vorgeschlagene Strompreisbremse als bloßes Herumlaborieren an der Energiewende. Im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München forderte der Zentralverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke (ZVEH) eine grundlegende Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und eine Beschleunigungsprogramm für die Energiewende.

Frank Muck

Der ZVEH fordert einen Ausbau der Netze und die Förderung des Eigenverbrauchs von selbst erzeugtem Strom. Die Strompreisbremse sei nur ein Herumlaborieren an der Energiewende. - © Foto: pholidito/fotolia.com

Grunsätzlich begrüße der ZVEH jedoch die Bemühungen der Bundesregierung, den Strompreis zu stabilisieren. Elektrische Energie müsse für Privathaushalte und Gewerbebetriebe erschwinglich bleiben. Allerdings seien für ein Gelingen der Energiewende weit mehr Schritte nötig als eine Strompreisbremse.

Es müssten gezielte politische Impulse für die sinnvolle Nutzung regenerativer Energien durch Energiemanagement, für die Energiespeicherung und für mehr Energieeffizienz gesetzt werden. Der ZVEH habe sich in zurückliegenden Jahren bereits dafür eingesetzt, die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen zu begrenzen.

Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom fördern

Einfluss auf den Strompreis können der Staat auch dadurch nehmen, dass er den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom aus regenerativen Quellen steigert, also eine dezentrale Energieversorgung fördere, die die Kunden von den Strompreisen der Energieversorger unabhängig mache.

Erschwerend komme hinzu, dass längst nicht die Potenziale der erneuerbaren Energien genutzt würden. In der aktuellen Debatte gerate völlig in Vergessenheit, dass erneuerbare Energien schon jetzt häufig den Preis an der Strombörse senkten. Speicherkapazitäten müssten also erweitert und die Netze ausgebaut sowie intelligente Netze (Smart Grids) aufgebaut werden, so der ZVEH.