Die Grünen befürchten weitere Kostensteigerungen beim Neubau der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin. Sollten sich Berichte bestätigen, wonach geheime Baupläne für das Milliardenprojekt abhanden gekommen sind, sei nochmals ein "erheblicher Zusatzaufwand" nötig, sagte der Berliner Grünen-Politiker Christian Ströbele dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe).
Ströbele befürchtet Mehrkosten für neue BND-Zentrale
Berlin (dapd). Die Grünen befürchten weitere Kostensteigerungen beim Neubau der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin. Sollten sich Berichte bestätigen, wonach geheime Baupläne für das Milliardenprojekt abhanden gekommen sind, sei nochmals ein "erheblicher Zusatzaufwand" nötig, sagte der Berliner Grünen-Politiker Christian Ströbele dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe).
Dabei ließen die ausufernden Kosten des Projektes einem schon jetzt "die Haare zu Berge stehen". Inzwischen lägen die Kosten bei fast dem Doppelten der ursprünglichen Schätzungen, sagte der Bundestagsabgeordnete, der auch Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste ist. Die neue Zentrale entwickle sich "immer mehr zum Skandalbau". Gestohlene Baupläne seien im Übrigen "für jeden, der Böses vorhat, von großem Nutzen", gab Ströbele zu bedenken.
Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte am Wochenende berichtet, dass mehrere als Verschlusssachen eingestufte Pläne des neuen BND-Hauptsitzes von dem streng überwachten Gelände geschmuggelt worden seien. Darunter seien auch interne Darstellungen des Technik- und Logistikzentrums mit sensiblen Angaben wie Positionen von Alarmanlagen oder Anti-Terror-Einrichtungen. Die Behörde wollte sich dazu nicht äußern. In Berlin entsteht derzeit auf einem zehn Hektar großen Gelände der künftige BND-Hauptsitz. Der Grundstein wurde im Mai 2008 geleg. Ab 2014 sollen rund 4.000 BND-Mitarbeiter aus dem bayerischen Pullach und der Berliner Nebenstelle in die Gebäude einziehen.
dapd
