Alle Jahre wieder müssen sich Banken in Europa einem Stresstest unterziehen. Er soll zeigen, ob eine Bank einen Wirtschaftseinbruch und eine Verschärfung der Schuldenkrise überstehen könnte. Die Ergebnisse werden von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) veröffentlicht.
Stresstests zeigen, wie stabil die Banken heute sind
Seit vergangenem Jahr werden die Ergebnisse nach einem Beschluss der EU auch veröffentlicht. Damit soll das angeschlagene Vertrauen in die Banken gestärkt werden.
Entscheidend für den Ausgang des Tests sind die von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) gesetzten Rahmenbedingungen. Die wurden gegenüber dem vergangenen Jahr verschärft. 2010 hatten irische Banken den Stresstest bestanden, die wenig später doch mit Milliarden Euro an Steuergeld gerettet werden mussten.
Helaba gegen Veröffentlichung
Im diesjährigen Prüfverfahren verlangen die Aufsichtsbehörden eine Kernkapitalquote von fünf Prozent der risikogewichteten Anlagen. Als Minimum gelten normalerweise vier Prozent. Außerdem dürfen Stille Einlagen nicht zum Eigenkapital gerechnet werden. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) erfüllte diese Auflage nicht fristgerecht, die Umwandlung der Einlage des Landes Hessen in Stammkapital war nicht rechtzeitig bis Ende April abgeschlossen. Weil die Helaba deswegen durchzurasseln droht, will sie verhindern, dass ihr Ergebnis veröffentlicht wird.
Dass die Bankenaufseher die Stillen Einlagen nicht akzeptieren, hat in Deutschland für Kritik gesorgt. Denn dadurch sind auch andere Landesbanken in Bedrängnis geraten, da diese Art der Beteiligung der Sparkassen an den Landesbanken üblich und in Deutschland zulässig ist.
Der Stresstest betrachtet die Entwicklung in den Jahren 2011 und 2012. Das Negativszenario unterstellt eine Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone, einen von den USA ausgehenden globalen Nachfrageschock sowie einen Verfall des Dollar gegenüber allen anderen Währungen. Simuliert wird eine Konjunkturentwicklung um vier Prozentpunkte unter den Prognosen.
Verwundbar in der Schuldenkrise?
Darüber hinaus müssen die Banken offenlegen, wie viele Staatsanleihen von welchen Euro-Ländern sie halten. Und damit ihre Verwundbarkeit in der Schuldenkrise offenlegen.
13 deutsche Banken waren in diesem Jahr zur Teilnahme an dem Stresstest aufgefordert: Neben der Helaba die Deutsche Bank und die Commerzbank, die anderen Landesbanken LBBW, BayernLB, Nord/LB, WestLB, HSH Nordbank und Landesbank Berlin, die DekaBank, die Genossenschaftsinstitute DZ Bank und WGZ Bank sowie die zwangsverstaatlichte Hypo Real Estate (HRE).
Beim Test im vergangenen Jahr war die HRE durchgefallen, ferner eine griechische Bank und fünf spanische Sparkassen.
Die wichtigsten Frage und Antworten zu den Stresstests lesen Sie hier.
dapd