Nach einem hartnäckig geführten Streit mit dem Wissenschaftsministerium kann die Gelsenkirchner Wissenschaftlerin Renate Lieckfeldt nun doch Rektorin von Sachsens größter Fachhochschule in Leipzig werden werden.
Streit über HTWK-Rektorin beigelegt
Dresden/Leipzig (dapd). Nach einem hartnäckig geführten Streit mit dem Wissenschaftsministerium kann die Gelsenkirchner Wissenschaftlerin Renate Lieckfeldt nun doch Rektorin von Sachsens größter Fachhochschule in Leipzig werden werden. Ein neues ärztliches Gutachten erlaube es, Lieckfeldt als beamtete Rektorin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) zu ernennen, sagte Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) am Freitag in Dresden. Das Ergebnis habe sie Lieckfeldt bereits persönlich mitgeteilt.
Lieckfeldt erkläre, sie sei sehr froh, dass der Streit nun habe beigelegt werden können. Es sei ein gutes Zeichen, dass die Ministerin sie am Freitagmorgen persönlich informiert habe.
Lieckfeldt war bereits im Januar vom Senat der HTWK zur neuen Rektorin gewählt worden. Das Wissenschaftsministerium hatte ihr aber die Ernennung mit Verweis auf eine überstandene Krebserkrankung und einer daraus angeblich resultierenden erhöhten Wiedererkrankungsgefahr zunächst verweigert. Nachdem der Fall Anfang Mai bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, einigten sich Lieckfeldt und Schorlemer darauf, ein erneutes ärztliches Gutachten einzuholen, das nun vorliegt.
Ministeriumssprecherin Annett Hofmann sagte, Lieckfeldt solle nun möglichst zügig ernannt werden. Zunächst müssten aber noch die erforderlichen vertraglichen Regelungen getroffen werden. Danach könne die Ernennung erfolgen. Einen genauen Zeitplan gebe es nicht, erklärte Hofmann.
Lieckfeldt sagte, sie möchte ihren neuen Posten so schnell wie möglich antreten. "Ich bin nicht an einen Monatsersten gebunden", sagte sie. Sie freue sich auf ihre neue Aufgabe, es gehe jetzt darum, nach vorne zu schauen und das Beste für die Hochschule zu erreichen.
Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Karl-Heinz Gerstenberg, sagte, auch wenn der Streit jetzt beigelegt sei, bleibe ein bitterer Nachgeschmack. Ministerin Schorlemer müsse alles tun, um künftig solche Vorfälle zu verhindern.
Der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Holger Mann, sagte, Lieckfeldt müsse jetzt so schnell wie möglich ernannt werden, damit sie ein handlungsfähiges Rektorat zusammenstellen und sich die HTWK in die hochschulpolitische Debatte in Sachsen einbringen könne.
Lieckfeldt ist derzeit an der Fachhochschule Gelsenkirchen als verbeamtete Professorin tätig und war bereits im Januar vom Senat der HTWK zur neuen Rektorin in Leipzig gewählt worden. Ursprünglich sollte sie ihr Amt am 1. Mai antreten.
dapd
