Ein motivierter Auszubildender kann für einen Betrieb ein echter Gewinn sein. Lernbereitschaft, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein fördern nicht nur den Ausbildungserfolg, sondern auch das Betriebsklima. Entscheidend ist jedoch, dass aus großem Ehrgeiz kein Übereifer wird, wie Ausbildungsberater Peter Braune weiß.

Ein Dachdeckermeister berichtet in diesem Ausbildungsjahr von einem besonders strebsamen Auszubildenden. Auch der Geselle hebt immer wieder dessen große Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit, Eigeninitiative und seinen Ehrgeiz hervor. Der junge Mann verfolgt konsequent das Ziel, jedes Lernziel bestmöglich zu erreichen. Dafür vertieft er seine Kenntnisse eigenständig – sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule.
Bei Bedarf beschafft er sich zusätzliche Informationen und übernimmt im Rahmen seiner Möglichkeiten und Befugnisse Verantwortung. Rückmeldungen nutzt er gezielt für seine fachliche und persönliche Weiterentwicklung. Zudem hält er Termine zuverlässig ein und führt seinen Ausbildungsnachweis sorgfältig und ordnungsgemäß. All diese Eigenschaften bilden wichtige Grundlagen für eine erfolgreiche Ausbildungszeit.
Vorbildliches Verhalten stärkt das Betriebsklima
Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich überzeugt der Auszubildende. Er berücksichtigt die Bedürfnisse seiner Kolleginnen und Kollegen und trägt damit aktiv zu einem guten Arbeitsklima bei. Dieses Verhalten geht deutlich über die reine Lernpflicht hinaus, die mit dem Abschluss des Ausbildungsvertrags übernommen wurde.
Der Meister und sein Geselle erleben bei dem jungen Mann ein außergewöhnlich großes Interesse am Beruf. Um diese Motivation zu erhalten, fördert der Meister seinen Einsatz gezielt – etwa durch Vertrauen, Wertschätzung und die Übertragung eigenständig zu bewältigender Aufgaben. Gleichzeitig erhält der Auszubildende Entwicklungsmöglichkeiten, die ihn zusätzlich motivieren.
Motivation fördern und Entwicklung ermöglichen
Auch die Einbindung in die Ausbildungsplanung, abwechslungsreiche Arbeitsabläufe und ein positives Ausbildungsklima stärken die Freude an der Ausbildung. Diese Voraussetzungen schaffen die Grundlage dafür, dass der Auszubildende seine Leistungen weiterentwickeln und Prüfungen erfolgreich bestehen kann.
Ein motivierter Auszubildender profitiert dabei ebenso wie der Ausbildungsbetrieb. Denn Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Lernbereitschaft wirken sich langfristig positiv auf die Qualität der Ausbildung und die Zusammenarbeit im Team aus.
Wenn Ehrgeiz in Übereifer umschlägt
Trotz aller positiven Eigenschaften sollten Ausbilderinnen und Ausbilder darauf achten, dass Strebsamkeit nicht in Übereifer umschlägt. Deshalb ist es wichtig, Auszubildende regelmäßig daran zu erinnern, Aufgaben mit Bedacht und Urteilsvermögen zu erledigen. Ziel sollte sein, den vorhandenen Ehrgeiz in produktive und gesunde Bahnen zu lenken.
Handelt es sich um eher stille, aber zugleich sehr strebsame Auszubildende, können regelmäßige Gespräche zusätzlich helfen. Sie bieten die Möglichkeit, Belastungen frühzeitig zu erkennen und die persönliche Entwicklung gezielt zu begleiten.
Ihr Ausbildungsberater Peter Braune
Zum Autor: Peter Braune hat Farbenlithographie gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.