Der Chemnitzer Brauer Michael Friedrich hat sich trotz vieler Jahre Erfahrung erst jetzt seinen Traum von der eigenen Brauerei erfüllt. Die Nachfrage nach seinen "exotischen" Bieren ist groß.
Steffen Guthardt
Kupferschmied wollte Michael Friedrich eigentlich werden. Sein Berufswunsch änderte sich allerdings schlagartig mit 14 Jahren. Ein Schülerpraktikum in einer Schlossbrauerei in Chemnitz umgeben von historischen Gemäuern, riesigen Lagerkellern und geheimen Gängen zum Sudhaus löste bei ihm die Faszination für den Brauerberuf aus.
Braumeister und Biersommelier
Seine spätere Brauerlehre verkürzte sich gleich um ein halbes Jahr, nachdem er die Silbermedaille beim DDR-Leistungsvergleich gewonnen hatte. Er bildete sich zum Diplom-
Braumeister und Biersommelier weiter. Trotzdem dauerte es bis zum November 2015, dass er seine erste eigene Brauerei eröffnete. Vor allem das fehlende Kapital hielt den Mittvierziger über viele Jahre in der Gastronomie.
Erfolgreicher Start der Brauerei
Die Stonewood Braumanufaktur ist jetzt eröffnet und Friedrich angekommen, wie er sagt. Die Nachfrage nach seinen Bierspezialitäten war von Beginn an groß. Friedrich profitiert von seinem aufgebauten Kontaktnetzwerk aus der Zeit als Gastronom.
Besonders wichtig ist es ihm, seinen Kunden alles aus einer Hand zu bieten. Dabei legt er die Betonung auf "Hand" – sämtliche Arbeitsschritte sind von Handarbeit geprägt. Das betrifft das Brauen, aber auch die Etikettierung der Flaschen.
Exklusives Angebot
Die kleine Manufaktur will sich nicht mit den Großbrauereien messen, sondern voll auf Exklusivität und Premium fokussieren. Besondere Biere in kleinen Mengen herzustellen, die es sonst nirgends zu kaufen gibt, ist sein Geschäftskonzept.
Friedrich sieht Bier als eine Sinfonie, deren Komponist er ist. "Die Kompositionsmöglichkeiten für ein Bier mit den verschiedenen Zutaten und Brauverfahren sind beinahe unendlich", sagt Friedrich.
Spezialitäten mit Karamellnote
Seine Spezialität sind exotische Biere wie das Pale Ale. Ein sehr fruchtiges Bier mit Geschmacksnoten von Grapefruit, Ananas, Litschi und Mango. Oder das India Pale Ale mit einem intensiven Karamellgeschmack. Auch ein Biersenf und Bierpralinen sind im Angebot. "So kann man zum Bier noch ein Geschenk für die Frau dazukaufen", erklärt der geschäftstüchtige Brauer. Dafür hat Friedrich sich extra bei einem Chocolatier weitergebildet.
Sein großes Wissen rund ums Bier gibt er regelmäßig in eigenen Brauerseminaren weiter. Und auch auf Facebook ist er aktiv und gewährt seinem wachsenden Kundenkreis Einblicke in den Betrieb. "Ich lebe jetzt meinen Traum", sagt Friedrich zufrieden.
Die Deutsche Handwerks Zeitung widmet sich anlässlich des 500. Jubiläums des Reinheitsgebots in einer Serie dem Thema Bier.
