Ifo-Index Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich immer mehr. Der Ifo-Index sank zum zweiten Mal in Folge. Und nun gibt die Bundesregierung bekannt, ihre Wachstumsprogonose deutlich zu senken.

Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich

Der monatlich erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im März von 82,6 Punkten im Februar auf 82,1 Punkte. Die Geschäftsleute beurteilten vor allem die aktuelle Lage als sehr schlecht. Der Ifo-Index zur Beurteilung der aktuellen Lage verringerte sich von 84,3 auf 82,7 Punkte und unterschritt damit das bisherige Rekordtief von Februar 1993. Die Erwartungskomponente stieg hingegen zum dritten Mal in Folge auf 81,6 Punkte.

Mit einer merklichen Verbesserung der Geschäftssituation rechneten die Unternehmen in den kommenden sechs Monaten allerdings nicht, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Nach Ansicht der befragten Unternehmen sei die konjunkturelle Talsohle noch nicht erreicht.

Die Bundesregierung wird ihre Wachstumsprognose für 2009 senken. Die bisherige Prognose eines Rückganges des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,25 Prozent im laufenden Jahr werde nicht zu halten sein, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) beim Sparkassen-Forum Deutscher Mittelstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Genauere Angaben zur Höhe der Abwärtsrevision durch die Bundesregierung machte der Minister nicht.

Deutschland befinde sich derzeit in einer Rezession, wie das Land sie "in dieser Tiefenschärfe" noch nicht erlebt habe. Patentrezepte zur Lösung der Krise gebe es nicht, sagte der Bundesfinanzminister.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, in Regierungskreisen habe es geheißen, man befürchte, dass die Wirtschaftsleistung um etwa viereinhalb Prozent schrumpfen werde. Bislang sagt die Regierung für 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um zweieinviertel Prozent voraus. Aus den Kreisen habe jedoch verlautet, die Zahlen im ersten Quartal seien "so dramatisch schlecht", dass das Minus im Gesamtjahr schon rein rechnerisch kaum noch unter vier Prozent liegen könne. «Womöglich kommen wir sogar an fünf Prozent heran», habe es geheißen.

Offiziell wird die Regierung ihre neue Prognose in der zweiten April-Hälfte vorstellen, derzeit laufen im Kanzleramt, im Finanz- und im Wirtschaftsministerium die Vorarbeiten. Die Schätzungen in den einzelnen Häusern lägen dabei noch etwa einen Punkt auseinander, so die Zeitung.

Am Dienstag hatte die Bundesregierung einen Bericht der «Bild»-Zeitung zurückgewiesen, wonach das Bundeswirtschaftsministerium intern von einem BIP-Rückgang in Deutschland um 4 bis 4,5 Prozent ausgehe.

ddp