Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober weiter eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 92,9 Punkten im September auf 90,2 Punkte.
Stimmung in der deutschen Wirtschaft sinkt weiter
Experten waren durchschnittlich von 90,6 Punkten ausgegangen. Eine Rezession für 2009 halten Ökonomen für sehr wahrscheinlich. "Die deutschen Unternehmen stellen sich auf eine rückläufige Geschäftstätigkeit ein", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.
Mit dem fünften Rückgang in Folge erreichte das Geschäftsklima seinen niedrigsten Stand seit Mai 2003. Damals war ein Indexniveau von 89,6 verzeichnet worden.
Getragen wurde die Abwärtsbewegung des Indexes ausschließlich von den verschlechterten Konjunkturerwartungen, die mit 81,4 Zählern den niedrigsten Stand seit Beginn der gesamtdeutschen Ifo-Datenreihe 1991 verzeichneten. Der monatlich unter rund 7.000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.
Laut Ifo-Institut verschlechterte sich in allen betrachteten Sektoren, dem verarbeitenden Gewerbe, Bauhauptgewerbe sowie Groß- und Einzelhandel, die Stimmung. Im verarbeitenden Gewerbe trübte sich das Geschäftsklima im Oktober erneut am stärksten ein.
Deutschlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im zweiten Quartal dieses Jahres um 0,5 Prozent gesunken. Im Fall eines abermaligen BIP-Rückgangs im dritten Quartal würde sich die deutsche Wirtschaft nach gängiger Definition erstmals seit 2003 wieder in einer Rezession befinden.
ddp