Steuertipps Steuersparmodell Firmenwagen: 4 Top-Tipps

Plant ein Handwerksbetrieb den Kauf eines neuen Firmenwagens, kann er schon heute – ohne auch nur einen Cent ausgegeben zu haben – von einem Betriebsausgabenabzug profitieren. Wer bereits einen neuen Firmenwagen gekauft hat, dem kann eine Sonderabschreibung winken. Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs erleichtert es zudem, die Voraussetzungen für diese Steuersparmodelle zu erfüllen.

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In einem aktuellen Urteil hat der Bundesfinanzhof klargestellt, dass für den Nachweis der mindestens 90-prozentigen betrieblichen Nutzung kein Fahrtenbuch geführt werden muss. - © thanksforbuying - stock.adobe.com

Steuertipp 1: Steuern sparen ohne Ausgaben

Steuern sparen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen bereits im Jahr der Planung. Bei einem geplanten Kauf des Firmenwagens in den Jahren 2022 bis 2024 dürfen Sie bereits heute – also bei der Gewinnermittlung 2021 – 50 Prozent der voraussichtlichen Netto-Investitionskosten als Betriebsausgaben abziehen (sog. Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG). Voraussetzungen für diesen Betriebsausgabenabzug ohne echte Ausgaben:

  1. Der Gewinn 2021 vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags darf nicht mehr als 200.000 Euro betragen.
  2. Der Firmenwagen muss im Jahr des Kaufs und im Jahr danach in einer inländischen Betriebsstätte Ihres Handwerksbetriebs eingesetzt werden.
  3. Der Firmenwagen muss im Jahr des Kaufs und im Folgejahr mindestens zu 90 Prozent betrieblich genutzt werden.

Steuertipp 2: Erleichterungen beim Nachweis der mindestens 90-prozentigen betrieblichen Nutzung

Die ersten beiden Voraussetzungen zu erfüllen, dürfte kein Problem sein. Ein Problem in der Praxis war bislang jedoch der Nachweis der mindestens 90-prozentigen betrieblichen Nutzung. Denn das Finanzamt pochte hier auf die Führung eines Fahrtenbuchs. Stellte sich bei einer Prüfung heraus, dass kein Fahrtenbuch geführt wurde, kippte das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag im Abzugsjahr. Hier wurde der Steuerbescheid im Jahr des Abzugs des Investitionsabzugsbetrags geändert, mit der Folge, dass Steuern und meist auch üppige Nachzahlungszinsen fällig wurden.

Praxis-Tipp: In einem aktuellen Urteil hat der Bundesfinanzhof nun klargestellt, dass für den Nachweis der mindestens 90-prozentigen betrieblichen Nutzung kein Fahrtenbuch geführt werden muss (BFH, Urteil v. 15.7.2020, Az. III R 62/19; veröffentlicht am 1.4.2021). Das bedeutet im Klartext: Können Sie anhand von Aufzeichnungen (z.B. Auftragsbücher, Infos aus Kalendern zur Firmenwagennutzung oder Aufzeichnungen eines vom Finanzamt wegen Mängeln verworfenen Fahrtenbuchs) nachweisen, dass der Firmenwagen im Jahr des Kaufs und im Jahr danach zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt wurde, muss das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag im Planungsjahr akzeptieren.

Steuertipp 3: Sonderabschreibung für Firmenwagen

Im Jahr des Kaufs des Firmenwagens, beispielsweise 2021, können Sie beim Kaufpreis zwischen der linearen und der degressiven Abschreibung wählen. Zusätzlich als Betriebsausgaben abziehbar ist die 20-prozentige Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  1. Der Gewinn 2020 (also im Vorjahr) darf nicht mehr als 200.000 Euro betragen haben.
  2. Der Firmenwagen muss im Jahr des Kaufs und im Jahr danach in einer inländischen Betriebsstätte Ihres Handwerksbetriebs eingesetzt werden.
  3. Der Firmenwagen muss im Jahr des Kaufs und im Folgejahr mindestens zu 90 Prozent betrieblich genutzt werden.

Steuertipp 4: Erleichterungen zum Anspruch auf Sonderabschreibung

Auch hier greift das neue Urteil des Bundesfinanzhofs. Der Nachweis der mindestens 90-prozentigen betrieblichen Nutzung muss nicht mehr zwingend anhand eines Fahrtenbuchs erbracht werden. Sie können den Nachweis auch mit anderen Unterlagen oder Aufzeichnungen führen (BFH, Urteil v. 15.7.2020, Az. III R 62/19; veröffentlicht am 1.4.2021).

Fazit: Liegen Sie mit dem Finanzamt wegen eines Investitionsabzugsbetrags oder wegen einer Sonderabschreibung wegen eines fehlenden oder wegen eines fehlerhaften Fahrtenbuchs im Clinch, weisen Sie dezent auf dieses neue BFH-Urteil hin und versuchen Sie die mindestens 90-prozentige betriebliche Nutzung des Firmenwagens auf andere Weise nachzuweisen.