Steuertipp Steuerlicher Investitionsabzugsbetrag für Spritzgussformen

Produzieren Sie für einen Kunden bestimmte Gegenstände und benötigen zur Herstellung Spritzgussformen, stellen diese aus steuerlicher Sicht "Werkzeuge" dar. Erfüllen Sie die Voraussetzungen zum Investitionsabzugsbetrag, können Sie für die voraussichtlichen Kosten im Zusammenhang mit der Herstellung der Formen Betriebsausgaben vom Gewinn abziehen. Ein Urteil des Bundesfinanzhofs erleichtert den Abzug.

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Planen Sie in den Jahren 2022 bis 2024 den Kauf oder die Herstellung von Spritzgussformen für die Herstellung von Gegenständen und kalkulieren dafür mit Kosten von rund 50.000 Euro, können Sie schon heute 25.000 Euro vom Gewinn abziehen. Voraussetzungen für die Anwendung des Investitionsabzugsbetrags nach § 7g Abs. 1 EStG: Der Gewinn im Abzugsjahr darf vor dem Abzug nicht mehr als 200.000 Euro betragen. Zudem müssen die Spritzgussformen im Jahr des Kaufs bzw. der Herstellung und im Folgejahr in einer inländischen Betriebsstätte genutzt werden.

Doch was passiert, wenn die Spritzgussformen bei einem Geschäftspartner im Ausland für die Produktion gelagert und eingesetzt werden? Das Finanzamt wollte in einem Urteilsfall den Investitionsabzugsbetrag rückwirkend kippen.

Steuertipp: Gute Nachricht vom Bundesfinanzhof. Der erforderliche räumliche Bezug der Spritzgussformen zur inländischen Betriebsstätte ist funktional zu verstehen. Sofern sich die Spritzgussformen im Einflussbereich vom Eigentümer befinden und vom Produzenten im Ausland nicht eigenständig genutzt werden dürfen, gelten die Voraussetzungen des § 7g Abs. 1 EStG als erfüllt und das Finanzamt darf den Investitionsabzugsbetrag nicht rückwirkend kippen (BFH, Urteil v. 3. Dezember 2020, Az. IV R 16/18; veröffentlicht am 25. März 2021).

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