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Steuertipp Steuerliche Kassenführung: Pflichten bei offener Ladenkasse

Selbständige Handwerker müssen keine elektronische Ladenkasse haben, es genügt auch eine offene. Doch auch offene Ladenkassen haben viele Handwerker nicht. Sie kassieren Bareinnahmen, stecken diese in den Geldbeutel, erfassen diese Geldbeträge am Monatsende als Betriebseinnahme und zahlen auch betriebliche Ausgaben bar. Ohne Kassenaufzeichnungen drohen hier Zuschätzungen zum Gewinn und Umsatz.

In einem Urteilsfall vor dem Finanzgericht Hamburg vereinnahmte ein Busunternehmer von Privatkunden das Fahrgeld auch in bar. Eine offene Ladenkasse hatte er nicht und er führte auch keine täglichen Kassenaufzeichnungen. Aufgrund der fehlenden Kassenaufzeichnungen stufte der Prüfer des Finanzamts die Kassen- und Buchführung als steuerlich nicht ordnungsmäßig ein. Folgen: Zuschätzungen zum Gewinn und Umsatz und damit Steuernachzahlungen plus Nachzahlungszinsen.

Finanzgericht bestätigt Schätzungsbefugnis des Finanzamts

Das Finanzgericht Hamburg stellte sich auf die Seite des Finanzamts und bestätigte aufgrund der fehlenden Kassenaufzeichnungen, dass die Kassen- und Buchführung nicht den Grundsätzen der ordnungsmäßigen Buchführung entsprach und erlaubte die Zuschätzungen (FG Hamburg, Beschluss v. 28.2.2020, Az. 2 V 129/19).

Steuertipp: Erzielen Sie Bareinnahmen, stehen Sie bei Erfüllung folgender Voraussetzungen steuerlich nur auf der sicheren Seite:

  • Se halten die Kasseneinnahmen und Kassenausgaben täglich fest – und zwar in einem Kassenbuch.
  • Dieser Grundsatz gilt selbst dann, wenn Sie keine offene Ladenkasse haben. Ihr Geldbeutel wird hier quasi zur offenen Ladenkasse.
  • Aus den Aufzeichnungen im Kassenbuch ist ein Kassenbericht zu erstellen.
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