Steuertipps -

Steuertipp Kann die Schlussbesprechung wegen Corona verschoben werden?

Führt das Finanzamt bei einem Handwerksbetrieb eine Umsatzsteuer-, Lohnsteuer- oder Betriebsprüfung durch, hat der Unternehmer einen Anspruch auf eine Schlussbesprechung. Dabei werden die Feststellungen des Prüfers nochmals diskutiert. Doch wie kann eine Schlussbesprechung in Zeiten von Corona aussehen?

In normalen Zeiten würde nichts dagegen sprechen, dass sich der Prüfer des Finanzamts, der selbständige Handwerker und dessen Steuerberater zu einem persönlichen Gespräch an einen Tisch setzen und die Schlussbesprechung abhalten. Doch wegen Corona können Schlussbesprechungen aufgrund der Kontaktbeschränkungen oftmals nur per Telefon oder per Online-Meeting angeboten werden.

Haben der Handwerker oder der Steuerberater das Recht, die Verschiebung der Schlussbesprechung zu beantragen, bis es hoffentlich bald wieder persönliche Treffen geben kann? Die Antwort auf diese Frage kommt vom Finanzgericht Düsseldorf und lautet: Nein (FG Düsseldorf, Beschluss v. 11. Mai 2021, Az. 3 V 1087/20).

Lehnt ein selbständiger Handwerker oder dessen Steuerberater nach Abschluss der Prüfung eine Schlussbesprechung per Telefon oder Online-Meeting ab, darf das Finanzamt von einem Verzicht ausgehen, den Bericht erstellen und die Änderungsbescheide verschicken.

Steuertipp: Doch das bedeutet noch lange nicht, dass sich ein Unternehmer dann mit diesen Feststellungen zufrieden geben muss. Es besteht wie gegen jeden anderen Steuerbescheid auch die Möglichkeit, innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Änderungsbescheide Einspruch einzulegen und die Änderung der Prüfungsfeststellungen zu beantragen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten