"Als Flüchtlingskind war für uns Heimat immer nur der Ort, wo unsere Mutter war" Steinbach besucht erstmals Geburtsort Rahmel in Polen

Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, besucht am kommenden Sonntag (22. Mai) erstmals ihren Geburtsort Rahmel im heutigen Polen. "Für mich ist es die erste Reise in meinen Geburtsort an den ich keine Erinnerung mehr habe", sagte Steinbach der "Bild am Sonntag".

Foto: dapd

Steinbach besucht erstmals Geburtsort Rahmel in Polen

Berlin (dapd). Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, besucht am kommenden Sonntag (22. Mai) erstmals ihren Geburtsort Rahmel im heutigen Polen. "Für mich ist es die erste Reise in meinen Geburtsort an den ich keine Erinnerung mehr habe", sagte Steinbach der "Bild am Sonntag". Die CDU-Politikerin weiter: "Ich treffe dort eine Frau, die mir vor Jahren einen Brief geschrieben hat. Sie berichtete, dass sie mich als Baby immer im Arm gehalten hat."

Als Heimat sieht Steinbach diesen Ort nicht. "Als Flüchtlingskind war für uns Heimat immer nur der Ort, wo unsere Mutter war", sagte sie. Steinbach musste 1945 zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester vor sowjetischen Truppen aus dem Ort fliehen. Der Ort heißt heute Rumia und gehört zu Polen.

Steinbach unternimmt die zweitägige Besuchsreise durch Polen in ihrer Funktion als Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der Unions-Bundestagsfraktion. Sie trifft sich in Danzig mit Vertretern der deutschen Minderheit, besucht mit dem deutschen Generalkonsul die Gedenkstätte für die Massaker von Piasnica. Dort wurden kurz nach Kriegsbeginn, zwischen September und Dezember 1939, 10.000 bis 13.000 Menschen durch Angehörige der SS und des Volksdeutschen Selbstschutzes ermordet. In Gdingen legt sie an der Seemannskirche des Heiligen Petrus an der Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer der 1945 versenkten Passagierschiffe "Wilhelm Gustloff", "Steuben" und "Goya" einen Kranz nieder.

Die polnische Regierung habe Erika Steinbach nicht über die zweitägige Reise informiert, sie werde am ersten Tag des Besuchsprogramms vom deutschen Generalkonsul Joachim Bleicker begleitet.

dapd