So langsam wird es ernst. Mitte März werden Bianca Mühlhammer und Claudia Uhlmann zur ihrem großen Abenteuer aufbrechen, der Frauenrallye Aïcha des Gazelles durch die marokkanische Wüste.

Nachdem sich Bianca Mühlhammer und Claudia Uhlmann bei einem Auswahltraining im Januar unter zwölf Handwerkerinnen durchgesetzt hatten, werden sie am ersten März-Wochenende nach Avignon/Frankreich fliegen, um sich den letzten Schliff im Umgang mit Karte und Kompass zu holen. Dann steht noch ein Fahrtraining im Mercedes-Benz Sprinter in Merklingen bei Ulm auf dem Programm. Danach kann es losgehen.
Bianca Mühlhammer: Rückkehr in die Wüste
Schneidermeisterin Bianca Mühlhammer freut sich schon auf die Wüste, weckt die bevorstehende Rallye bei der 42-Jährigen doch Erinnerungen an früher. „Als junge Gesellin bin ich mit meinem damaligen Partner Wüstentouren durch Mexiko und das Death Valley in den USA gefahren“, beschreibt Bianca Mühlhammer, wie sie mit einem Mercedes G-Klasse die trockenen Einöden Amerikas erkundete. Mit dem Aufruf zur Bewerbung für die Rallye in der Deutschen Handwerks Zeitung war die Abenteuerlust wieder geweckt, zumal ihre beiden Söhne inzwischen neun und zwölf Jahre alt sind.
Ihren Beruf gelernt hat Bianca Mühlhammer in einem Mode- und Bühnenatelier. Nach der Meisterprüfung eröffnete die Gilchingerin ihr eigenes Atelier in München, wo sie unter anderem Kostüme für Filmproduktionen wie „Bibi Blocksberg“ schneiderte.
Claudia Uhlmann: Fit durch Fußball
Kfz-Mechatronikerin Claudia Uhlmann kann schon auf erste Rallye-Erfahrungen verweisen. Die 26-Jährige war als Servicemechanikerin bei zwei Oldtimer-Rallyes im Einsatz. In Marokko muss sie als Beifahrerin beweisen, dass sie in der Wüste die Orientierung nicht verliert. An der nötigen Fitness wird es nicht mangeln, schließlich spielt sie aktiv Fußball beim TSV Heimerdingen.

Damit die gebürtige Dresdnerin ihren Traumberuf in der Kfz-Branche überhaupt erlernen konnte, musste sie ihre Heimat verlassen. „Als ich eine Lehrstelle suchte, fehlte es in den Kfz-Werkstätten der Region noch an sanitären Anlagen für Frauen. So bin ich nach Baden-Württemberg gekommen“, sagt Claudia Uhlmann, wo sie inzwischen bei der Autoklinik Hansen in Hemmingen arbeitet.
Firmenchef Björn Hansen steht voll hinter den Rallye-Ambitionen seiner Mitarbeiterin, auch wenn er nun einige Zeit auf sie verzichten muss. Ehefrau Silke Hansen hat schon kräftig Spielzeug und Schreibwaren gesammelt, die als Spenden mit nach Marokko gehen sollen. Bianca Mühlhammer will noch Stifte und Fußbälle beisteuern, denn der karitative Charakter der Rallye ist auch ihr ein Anliegen. fl/ste
