Vor 13 Jahren wurde der Verein "Restaurator im Handwerk" gegründet, der inzwischen rund 270 Mitglieder zählt. Kürzlich wurde in Leipzig ein neuer Vorstand gewählt. Für die Deutsche Handwerks Zeitung hat Ulrich Steudel mit dem neuen Vorsitzenden, Zimmerermeister Bernd Jäger aus Rot an der Rot, über die bevorstehenden Aufgaben gesprochen.
DHZ: Herr Jäger, die Restauratoren im Handwerk gehen mit einem nahezu komplett neuen Vorstand in die Zukunft. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen Ihrer Arbeit als erster Vorsitzender?
Bernd Jäger: Der bisherige Vorstand um den Präsidenten Guido Kramp hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Da ist es generell eine Herausforderung, die Nachfolge anzutreten. Jedoch bin ich überzeugt, dass dies dem gesamten neuen Vorstand gelingen wird. Besonders am Herzen liegt mir, das Bild des „Restaurators im Handwerk“ noch positiver in der öffentlichen Wahrnehmung zu platzieren. Dazu müssen alle emotional und mit qualitativ hochwertiger Arbeit an einem Strang ziehen. Eine große Vision von mir persönlich ist es, dass alle Restauratoren, auch die, die nicht in unserem Verband organisiert sind, sich zusammenschließen und mit einer Stimme sprechen. Das verschafft Gehör.
DHZ: Wird der Denkmalpflege in Deutschland Ihrer Meinung nach der Stellenwert eingeräumt, der ihr gebührt, oder gibt es Nachholbedarf?
Bernd Jäger: Ich kann im Moment noch nicht den Stellenwert für ganz Deutschland beurteilen. Unsere Aufgabe als Restauratoren im Handwerk ist es, permanent präsent zu sein, um gegebenenfalls zu gewissen Punkten Stellung beziehen zu können. Wenn uns dies gelingt, kann unser Verband dazu beitragen, dass die Denkmalpflege wieder den Stellenwert erhält, der ihr tatsächlich gebührt.
DHZ: Das Handwerk leidet unter dem demografischen Wandel. Für viele Lehrstellen finden sich keine geeigneten Bewerber mehr. Fürchten Sie, dass dieser Trend auch auf die Ausbildung zum Restaurator im Handwerk durchschlägt?
Bernd Jäger: Dieser Trend ist bereits heute erkennbar. Jedoch versuchen wir durch unsere Verbandsarbeit permanent, dem entgegenzuwirken. Dies geschieht hauptsächlich durch die Präsentation oder Repräsentation unseres Berufsbildes in der Öffentlichkeit, aber auch durch gemeinsame Aktionen mit den Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen. Und es trägt Früchte, so durften wir in diesem Jahr über 30 neue Restauratoren in unserem Verband willkommen heißen.
