Museum für Glaskunst Lauscha Zerbrechliche Schönheiten

Schon Goethe soll aus einem Thüringer Waldglas getrunken haben. Der Eisengehalt in den Bestandteilen, aus denen das Glas in Lauscha gewonnen wurde, war der Grund für die grünliche Einfärbung. Das erfahren die Besucher im Museum für Glaskunst der kleinen Stadt im Landkreis Sonneberg.

Doreen Fischer

© Foto: Doreen Fischer

Von der Gründung der ersten Dorfglashütte im Jahr 1597, die für die Entstehung von Lauscha sorgte, bis zu den ärmlichen Lebensumständen der Handwerker erzählt die Ausstellung. Auf einer Fläche von 30 bis 40 m2 wurde gelebt und gearbeitet – von der Oma bis zu den oft zahlreichen Enkelkindern. Während die Männer das Glasblasen übernahmen, verspiegelte, bemalte, verhütelte und verpackte der Rest der Familie die zerbrechliche Ware.

Beinglas erinnert an Porzellan

Butzenscheiben, Apothekergefäße und Vogeltränken, aber auch Gebrauchsgegenstände für den Adel gehörten zu den frühen Erzeugnissen, die aus Lauscha kamen. Nach und nach entwickelten die Handwerker verschiedene Methoden zur Veredelung des Glases. Aufschmelzungen, Fadeneinschmelzungen, Gewinnung von Kristallglas, später auch Emaille-Malereien – all diese Entwicklungen machten es möglich, dass viele Einwohner der Stadt von dem heute selten gewordenen Gewerk leben konnten. Unter anderem wurde hier das Beinglas entwickelt, das durch das Zusetzen von Knochenasche rein optisch an Porzellan erinnert.

Wahre Meisterstücke in den Vitrinen des Museums künden von der Fingerfertigkeit und dem Wissen der Menschen. Noch immer zieht die Schmuck-Abteilung die Blicke der Besucher auf sich. Was aussieht wie echte Perlen, ist in Wirklichkeit das Ergebnis einer wahren Sisyphusarbeit, die vorwiegend von Frauen verrichtet wurde. Die Perlenmacherinnen bliesen gläserne Perlen-Stänge auf, versilberten diese mit Fischsilber und füllten sie mit Wachs aus.

Glasaugen aus Lauscha

Eine Tradition, die noch heute in Lauscha gepflegt wird, ist die Herstellung von Glasaugen. Die hohe Kunst, zunächst die farbigen Stäbe zu fertigen und daraus täuschend echt wirkende Augäpfel zu produzieren, verrät dieses kleine, aber feine Museum im Sonneberger Land. Die Lauschaer Berufsfachschule für Glas sorgt indes für Nachwuchs in diesem traditionellen Handwerk. Was sich die jungen Leute dort angeeignet haben, das kann in der Sonderausstellung, die bis November zu sehen ist, bestaunt werden.

Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden Sie auf der Homepage des Museums.