Die Branche der Schuhmacher verfügt über eine Tradition, die bis ins alte Ägypten zurückreicht. Doch in der Gegenwart hat dieses altehrwürdige Handwerk einen schweren Stand. Einen Einblick in die hohe Schule der Schuhmacherkunst gewährt die Fachmesse Inter-Schuh-Service (ISS) am 23. und 24. März in Wiesbaden.
Ulrich Steudel

Ausgestellt in den Rhein-Main-Hallen werden unter anderem 75 Paar Maßschuhe, die die 50 besten Handwerker aus elf Ländern für den internationalen Leistungswettbewerb der Schuhmacher angefertigt haben. Auf der ISS 2013, in deren Rahmenprogramm auch der 13. Deutsche Schuhmachertag stattfindet, zeigen Schuhmacher, Lieferanten und Fachleute aus aller Welt wie innovativ, zukunftsorientiert und leistungsfähig die Branche heute immer noch ist.
Neben den attraktiven Modellen des Leistungswettbewerbes stellt eine österreichische Künstlerin den Schuh als variables Dekorationsobjekt vor. Außerdem wird eine Holznagelmaschine von Schuh-Enthusiasten aus Südtirol zu sehen sein. Die Schuhmacher möchten zeigen, dass sie heute viel mehr tun, als bei ihren Leisten zu bleiben.
Rund 4.000 Betriebe zählt das deutsche Schuhmacherhandwerk noch. Doch der Berufsnachwuchs ist dünn gesät. Nach Angaben des Zentralverbandes lernen aktuell in allen drei Lehrjahren noch rund 120 Auszubildende den Beruf des Schuhmachers. Doch in der Berufsschule sitzen sie in den Klassen der Orthopädieschuhmacher oder Raumausstatter. „Wir möchten daher eine Bundesfachklasse einführen, in der die Schuhmacher gemeinsam ausgebildet werden können“, sagt Präsident Helmut Farnschläder.