Heute muss sich Franz-Peter Tebartz-van Elst für den umstrittenen Bau seines Bischofssitzes in Limburg vor dem Papst verantworten. Dass es auch anders geht, zeigt das Bischöfliche Ordinariat Mainz.
Der Neubau des Jugendamtes Don Bosco ist als eines von drei Gebäuden für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. In der Begründung der Jury heißt es, mit dem Bau folge das Bischöfliche Ordinariat Mainz der pastoralen Richtlinie zur Bewahrung der Schöpfung. Außerdem sind das neue Kunstmuseum Ravensburg und der Woodcube in Hamburg für den Preis nominiert. Er wird auf der Gala zum Deutschen Nachhaltigkeitstag am 22. November in Düsseldorf vergeben.
Bischöfliches Jugendamt Don Bosco, Mainz
Das Jugendhaus ist als Tagungs- und Verwaltungsbau für den Austausch zwischen den katholischen Jugendverbänden im Bistum Mainz konzipiert. Die Jury lobt vor allem die Verwendung von Holz als nachwachsenden Rohstoff, den geringen Ressourcenverbrauch bei der Technik und die Nutzung regenerativer Energien (Holzpelletheizung, Thermospeicher für Wärmerückgewinnung). Dies zeige einen bewussten Umgang mit Ressourcen bei beachtlicher Effizienz.
Kunstmuseum RavensburgKunstmuseum Ravensburg
Der dreigeschossige Neubau in der Altstadt von Ravensburg beherbert eine private Kunstsammlung. Besonderes Lob zollt die Jury der Materialauswahl für Gebäudehülle und Gewölbedach. Hierfür wurden Altziegel verwendet, die aus dem Abbruch eines Klosters in der Nähe der belgischen Grenze stammen. Durch den Einsatz einer thermisch optimierten Fassadenkonstruktion konnte der Neubau im zertifizierten Passivhausstandard realisiert werden.
Woodcube Hamburg
Das fünfgeschossige, voll unterkellerte Wohnhaus mit acht Eigentumswohnungen im Stadtteil Wilhelmsburg ist Teil der Internationalen Bauausstellung.
Woodcube HamburgDas Gebäude besteht zu 90 Prozent aus einheimischen Hölzern, deren Brettlagen ausschließlich durch Buchenholzdübel zu 30 cm starken Wand- und Deckenelementen verbunden wurden. Folien, Kleber und Holzschutzmittel kamen ebenso wenig zu Einsatz wie fremdstoffliche Dämmmaterialien, Bauchemie, Lacke oder Kunststoffe. Durch die diffusionsoffene Bauweise wurden zudem Schimmel- und Kondensatbildung ausgeschlossen, lobt die Jury.


