Kfz-Versicherung Zahl der Wildunfälle auf Rekordniveau

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Rehen und Wildschweinen steigt. Im vergangenen Jahr wurden pro Tag 666 Wildunfälle registriert. Die Ausgaben der Kfz-Versicherer für Wildschäden kletterten mit 520 Millionen Euro auf Rekordniveau.

© DVR

Wie aus der aktuellen Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 243.000 Wildschäden bearbeitet. Gemessen an allen Kfz-Teilkaskoschäden rangieren die Wildunfälle damit auf dem zweiten Platz hinter den Glasschäden. Auf Platz drei landeten Schäden durch Marderbisse.

Wildunfälle in Zahlen
JahrAnzahlVersicherungsleistung
2006203.000400 Millionen Euro
2007225.000460 Millionen Euro
2008241.000500 Millionen Euro
2009232.000490 Millionen Euro
2010243.000520 Millionen Euro

"In Deutschland warnen rund 30.000 Verkehrsschilder vor Wildwechsel. Doch die wenigsten Autofahrer passen ihr Fahrverhalten der Gefahrenstelle an", sagt Bernhard Gause vom GDV. Insbesondere am Rand von Wiesen, Feldern und Wäldern sollte man die Geschwindigkeit drosseln und besonders aufmerksam fahren. Wild sei unberechenbar, insofern gebe es keine goldene Regel. Riskante Ausweichmanöver sollte man aber unbedingt vermeiden. "Der Zusammenprall mit einem anderen Auto oder einem Baum ist in der Regel verheerender als die Kollision mit einem Tier", warnt Gause.

Was leistet die Teilkasko-Versicherung?

Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Haarwild wie Rehe und Wildschweine verursacht werden, zahlt die Teilkaskoversicherung. Einige Versicherer haben ihren Schutz sogar auf alle Wirbeltiere erweitert. "Für eine schnelle Schadenbearbeitung ist es immer hilfreich, Fotos von Unfallort, Tier und Fahrzeug zu machen", erklärt Gause. Das verunglückte Wild sollte man wegen möglicher Tollwutgefahr nicht anfassen. Das überlässt man dem Förster oder Jagdpächter.

5 Tipps zu Versicherungsfragen nach einem Wildunfall

  • Sichern Sie die Unfallstelle ab: Schalten Sie das Warnblinklicht ein und stellen Sie ein Warndreieck auf.
  • Benachrichtigen Sie die Polizei.
  • Lassen Sie sich am Unfallort eine Wildbescheinigung vom zuständigen Förster oder Jagdpächter ausstellen.
  • Machen Sie Fotos vom Unfall. Damit können Sie die Schadenregulierung unter Umständen beschleunigen.
  • Rufen Sie Ihren Versicherer an, bevor Sie Reparaturen an Ihrem Pkw beauftragen.