Schleuderschutz im Pkw ESP-Pflicht für neue Auto-Modellreihen

Der Einbau des Elektronischen Stabilitätsprogramms ESP wird stufenweise für alle Autohersteller verpflichtend. Seit Anfang des Monats bekommen neue Fahrzeugmodellreihen keine Typgenehmigung mehr, wenn der Schleuderschutz fehlt. Ab November 2014 muss dann jeder Neuwagen in der EU mit ESP ausgerüstet sein.

© TÜV

Die Unfallforscher der Versicherer fordern seit Jahren, Autos grundsätzlich nur noch mit ESP anzubieten. Obwohl in den vergangenen Jahren immer mehr neue Autos mit ESP geordert werden können, bedauert deren Leiter Siegfried Brockmann, dass es immer noch drei Jahre dauert, bis grundsätzlich jeder neue Pkw in Deutschland mit ESP ausgerüstet ist. Umso wichtiger sei es, dass Gebrauchtwagen, für die ESP ja nicht nachrüstbar sei, mit diesem wichtigen Sicherheits-Extra gekauft würden. Dafür bietet die Unfallforschung UDV eine Online Datenbank unter udv.de an, bei der alle Fahrzeuge ab Modelljahr 2006 auf ihre ESP-Ausrüstung gecheckt werden können. Für die Jahrgänge davor gibt es Listen.

86 Prozent der Neuwagen haben schon ESP an Bord

Insgesamt hat sich die ESP-Verfügbarkeit 2011 weiter verbessert. Während 2006 nur etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller in Deutschland angebotenen Modellreihen serienmäßig ESP an Bord hatten, sind es 2011 immerhin 86 Prozent. Citroen, Lancia, Peugeot, Skoda und Volkswagen bieten seit diesem Jahr erstmals alle ihre Fahrzeuge serienmäßig mit ESP an. Das sind Erkenntnisse einer aktuellen Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zur Verfügbarkeit von ESP in Neufahrzeugen, für die 281 Pkw-Baureihen des Modelljahres 2011 von insgesamt 38 Autoherstellern analysiert wurden.

Aber es gebe auch noch Verbesserungspotential: Vor allem bei den Kleinstwagen gab es zum Stichtag 30. September noch gravierende Lücken bei der ESP-Dichte. Auch Massenmodelle wie der Ford Ka, der Opel Agila, der Toyota Aygo und der Hyundai i10 hätten in keiner Ausstattungsvariante ESP serienmäßig. Neben einigen Exoten würden Hersteller wie Dacia für den Logan, MCV und Sandero, sowie Renault für den Clio Campus auch 2011 überhaupt kein ESP anbieten.

Fakten zur ESP-Untersuchung 2011

  • Immer noch gibt es 12 Modellreihen, für die ESP nicht verfügbar ist.
  • Dazu kommen 5 Modellreihen, bei denen ESP immer optional ist, aber nur selten mitgekauft wird.
  • Fünf Fahrzeugklassen waren 2011 zu 100 Prozent mit ESP ausgestattet:  Mittelklasse, obere Mittelklasse, Oberklasse, Vans und Sportwagen.
  • Noch immer haben nur acht von 20 Modellreihen des "Mini-Segments" serienmäßig ESP an Bord.
  • Wer beim Gebrauchtwagenkauf sicher gehen will, dass er ein ESP-Fahrzeug erwischt, kann in Datenbanken für die Modelljahre 2006, 2007, 2008, 2009, 2010 und 2011 auf www.udv.de/esp recherchieren. Für ältere Fahrzeuge steht dort eine Liste.