Das Handwerk macht auf sich aufmerksam. Das gilt nicht nur für die Ausstellung "Hände für die Zukunft" auf dem Vorplatz des Berliner Hauptbahnhofes. Das gilt vor allem für die bundesweiten Veranstaltungen am Tag des Handwerks am 15. September.

Mit einem gemeinsamen Besuch der Ausstellung gaben Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und ZDH-Präsident Otto Kentzler den Startschuss für den Tag des Handwerks, der dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Als "großartig" bezeichnete Rösler die Idee, auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes mit aufgestellten Papp-Händen, die Passanten auf die mehr als hundert Berufe im Handwerk aufmerksam zu machen.
Lob fand der Wirtschaftsminister auch für die vielen anderen Orte in Deutschland, wo sich das Handwerk für die Ausbildung junger Menschen einsetzt. "Fast 30 Prozent der Dualen Ausbildung in Deutschland werden vom Handwerk getragen", sagte er. Damit sichere das Handwerk qualifizierte Fachkräfte, die man nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa dringend brauche.
In seiner Videobotschaft zum Tag des Handwerks sagte Rösler, der deutsche Mittelstand sei ein Erfolgsmodell, um das uns jeder in Europa beneidet. Die duale Ausbildung habe dabei eine zentrale Bedeutung. Unmissverständlich machte er aber auch klar, dass für ihn der "Meisterbrief nicht zur Disposition" stehe.
Modernisierung schreitet voran
Mit Blick auf die Ausstellung unterstrich Handwerkspräsident Kentzler die Bandbreite und die Modernität der insgesamt rund 130 handwerklichen Berufe. "Wir haben in den vergangenen zehn Jahren mehr als 60 Handwerksberufe erneuert", sagte er. Ob bei Elektromobilität oder Energiewende, die Handwerksberufe seien auf den neuesten Stand gebracht und böten vielen Jugendlichen interessante Perspektiven bis hin zum Studium und der Möglichkeit, sich einmal selbstständig zu machen.
Das spricht sich herum. Zum Start des Ausbildungsjahres hat das Handwerk 1,4 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Für Handwerkspräsident Kentzler aber kein Grund zum Ausruhen. "Noch immer sind rund 15.000 unbesetzt", sagte er. Mit gezielten Aktionen wolle die Branche am Tag des Handwerks das Interesse der Jugendlichen auf die verschiedenen Gewerke lenken. "Das gibt ein Aufschlag in ganz Deutschland", sagte er. In allen Handwerkskammer-Bezirken seien Veranstaltungen geplant. bir