Handwerkswirtschaft: Stimmung noch zufriedenstellend
Stagnation auf niedrigem Niveau
Für das Handwerk hat sich das konjunkturelle Umfeld in den zurückliegenden Monaten verschlechtert. Gleichwohl konnte die Branche das reale Umsatzergebnis im Vorjahresvergleich annähernd stabil halten. Die Stimmung in den Betrieben war immer noch zufriedenstellend. Der Geschäftsklimaindex lag im 3. Quartal 2008 bei 75 Punkten und damit nur leicht unter dem Vorjahresstand.
Die Beschäftigung dürfte im Quartalsverlauf allenfalls nur noch geringfügig zugenommen haben. Zum einen war der saisonale Personalaufbau zu Beginn des Sommerquartals weitgehend abgeschlossen. Zum anderen sind die konjunkturbedingten Mitarbeitereinstellungen in nahezu allen Branchen zum Stillstand gekommen. Einige Handwerkszweige hatten bereits Schwierigkeiten, ihre Belegschaftszahl einigermaßen stabil zu halten. Ende September lag die Zahl der im Handwerk tätigen Personen in etwa wieder auf dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Damit zeigt sich die Beschäftigungsentwicklung bislang recht unbeeindruckt von der konjunkturellen Eintrübung.
Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung ist gegenüber dem Vorquartal von 74 auf 75 Prozent gestiegen, wofür in erster Linie saisonale Gründe verantwortlich waren. Die konjunkturelle Einflussgröße tendierte dagegen weiterhin seitwärts. Dementsprechend blieb die Auslastung des Gesamthandwerks im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Die Nachfrageentwicklung verlief während der Berichtsmonate insgesamt in eher ruhigen Bahnen. Dabei zeigte sich innerhalb des Handwerks ein differenziertes Bild: Einerseits flossen die Aufträge der gewerblichen Kunden sowie der öffentlichen Hand immer noch recht lebhaft, wenngleich es auch hier erste Abschwächungstendenzen gab. Andererseits war die Anschaffungsneigung der privaten Haushalte angesichts des signifikanten Preisauftriebs und der Turbulenzen auf den Finanzmärkten weiterhin von einer deutlichen Zurückhaltung gekennzeichnet. Zum Quartalsende betrug die Auftragsreichweite 1,3 Monate und lag somit nur knapp unter dem Vorjahresstand.
Das Umsatzergebnis ist vom 2. auf das 3. Vierteljahr geringfügig angestiegen. Ursächlich hierfür waren saisonbedingte Einflüsse. Die konjunkturelle Komponente dürfte hingegen keinen Wachstumsbeitrag mehr geliefert haben. Die Erlöse des Vorjahresquartals wurden ebenfalls übertroffen. Für die ersten neun Monate 2008 ergibt sich nach ersten vorläufigen Berechnungen zwar ein nominales Umsatzplus, preisbereinigt dürfte die Entwicklung weitgehend stagniert haben.
Bei der Investitionstätigkeit machte sich eine gewisse Zurückhaltung bemerkbar. Vor allem die ungünstigen Konjunkturaussichten und die erhöhten Finanzierungsanforderungen waren dafür ausschlaggebend, zudem belastete die verschlechterte Ertragslage das Investitionsklima.