Bilaterale Bildungspolitik Stärkere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien

Die Zusammenarbeit mit anderen Staaten hat für Deutschland einen hohen Stellenwert. Aktuell werden im Bereich der beruflichen Bildung deutliche Akzente gesetzt. So setzen Deutschland und Italien auf eine verstärkte Kooperation.

Bei der Berufsausbildung arbeiten Deutschland und Italien eng zusammen. - © XtravaganT-fotolia

Die deutsch-italienische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung nimmt konkrete Formen an. In den Bereichen Mechatronik, erneuerbare Energien sowie Transport und Logistik werden insgesamt fünf Projekte gemeinsam entwickelt und durchgeführt. Dies beschloss eine bilaterale Arbeitsgruppe auf ihrem konstituierenden Treffen in Bologna. Der Arbeitsgruppe gehören neben dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Vertreter der beteiligten Ministerien, der Sozialpartner sowie Bildungsanbietern aus Deutschland und Italien an.

Die Projekte zielen darauf ab, die Mobilität von Schülern und Auszubildenden zu fördern, die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Schulen zu verbessern sowie lernergebnisorientierte Curricula unter Beteiligung der Sozialpartner zu entwickeln. "Mit diesen konkreten Aktivitäten unterstützen wir das Interesse unserer italienischen Partner nach einer Stärkung betrieblicher und praxisnaher Ausbildungsstrukturen", betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. "Wir füllen damit die vom Bundesbildungsministerium im Dezember auf der Konferenz in Berlin initiierte europäische Ausbildungsallianz mit Leben und leisten einen Beitrag zum Abbau der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa", so Esser weiter.

Grundlage für die deutsch-italienische Zusammenarbeit ist die auf der Konferenz "Gemeinsam für die Beschäftigung junger Menschen arbeiten" am 12. November 2012 in Neapel getroffene Absichtserklärung zwischen dem Bundesbildungs- und Bundesarbeitsministerium sowie den italienischen Ministerien für Unterricht (MUIR) und Arbeit (LPS). Die Vereinbarung sieht eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen berufliche Bildung und Arbeitsmarkt vor. Diese Zusammenarbeit wurde auf der europäischen Minister-Konferenz zur Berufsbildung am 11. und 12. Dezember 2012 in Berlin noch vertieft. Das nächste Treffen der deutsch-italienischen Arbeitsgruppe findet im April statt.

Derzeit gibt es in vielen europäischen Ländern eine große Nachfrage nach dem System der dualen Berufsausbildung in Deutschland. Hintergrund ist die zum Teil sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-Ländern. So ist zum Beispiel in Griechenland und in Spanien mehr als die Hälfte der jungen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos, in Italien beträgt die Quote über 35 Prozent, in der gesamten EU rund 23 Prozent. Demgegenüber verzeichnet Deutschland eine Jugendarbeitslosigkeitsquote von lediglich 8 Prozent. dhz/BIBB