Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss soll sinken Stärkere Förderung für Schüler mit Migrationshintergrund

Schüler mit ausländischen Wurzeln sollen nach dem Willen der Kultusminister der Länder stärker gefördert werden. "Bis 2015 wollen wir den Leistungsstand von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf den Gesamtdurchschnitt aller Schüler anheben", sagte Niedersachsens Kultusminister und KMK-Präsident, Bernd Althusmann (CDU), am Freitag in Hannover nach einer zweitägigen Kultusministerkonferenz.

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Stärkere Förderung für Schüler mit Migrationshintergrund

Hannover (dapd). Schüler mit ausländischen Wurzeln sollen nach dem Willen der Kultusminister der Länder stärker gefördert werden. "Bis 2015 wollen wir den Leistungsstand von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf den Gesamtdurchschnitt aller Schüler anheben", sagte Niedersachsens Kultusminister und KMK-Präsident, Bernd Althusmann (CDU), am Freitag in Hannover nach einer zweitägigen Kultusministerkonferenz (KMK). Ziel sei es auch, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss von acht auf vier Prozent zu senken.

Ein entsprechender Aktionsplan sieht vor, die sprachliche Kompetenz von Schülern aus Ausländerfamilien zu fördern und den Anteil von Lehrern, Erziehern sowie Sozialpädagogen mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Auch sollen Hemmnisse für Bildungszugänge abgebaut sowie der Übergang von der Schule zur Berufsausbildung erleichtert werden.

Sprachförderung auf dem Prüfstand

Die Kultusressortchefs wollen auch die Instrumente zur Sprachförderung vor Schuleintritt und während der Schulzeit auf den Prüfstand stellen. Die vorhandenen Verfahren sollen dazu auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden. Althusmann nannte das sichere Beherrschen der deutschen Sprache den "Schlüssel zum Bildungserfolg".

Ziel der Initiative ist es den Angaben zufolge, für alle Länder gemeinsame Empfehlungen zu erarbeiten. Althusmann betonte, dass bereits im frühkindlichen Bereich "die Grundsteine für den weiteren Bildungsweg unserer Kinder gelegt" werden. Alle Bundesländer unternähmen erhebliche Anstrengungen, um frühzeitig mit Sprachförderung zu beginnen, entweder im Kindergarten oder im Übergang von Kita zu Grundschule.

Initiative gegen Analphetismus

Mit einem Pakt für Alphabetisierung und Grundbildung soll künftig verstärkt der Analphabetismus bekämpft werden. 14 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung hätten orthografische Probleme, die sie im täglichen Leben behinderten, hieß es. Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften sowie Kirchen und weitere gesellschaftliche Akteure sollen in den Pakt eingebunden werden, um den Betroffenen zu helfen.

Analphabetismus werde unterschätzt und tabuisiert, sagte Althusmann. Es handele sich dabei sowohl um ein gesellschaftliches als auch wirtschaftliches Problem. Den Betroffenen müsse deshalb koordiniert geholfen werden. Der Bund habe dafür 20 Millionen Euro vorgesehen. Die Länder müssten darüber verhandeln, ob noch weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden, sagt Althusmann. Schließlich seien 20 Millionen Euro für 7,5 Millionen Betroffene "bundesweit nicht viel".

dapd