Größter Nordsee-Windpark vor Baustart Stadtwerke-Konsortium Trianel vermeldet Rekordgewinn

Der Energiehändler und Stromerzeuger Trianel will sich mit millionenschweren Investitionen zu einem Vorreiter der Energiewende machen. Am 1. August starte das Stadtwerke-Konsortium vor der Küste Borkums mit dem Bau des bislang größten Windparkprojekts in der Nordsee, teilte Trianel am Dienstag in Düsseldorf mit.

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Stadtwerke-Konsortium Trianel vermeldet Rekordgewinn

Düsseldorf (dapd). Der Energiehändler und Stromerzeuger Trianel will sich mit millionenschweren Investitionen zu einem Vorreiter der Energiewende machen. Am 1. August starte das Stadtwerke-Konsortium vor der Küste Borkums mit dem Bau des bislang größten Windparkprojekts in der Nordsee, teilte Trianel am Dienstag in Düsseldorf mit.

Der 56 Quadratkilometer große Windpark mit einem Investitionsvolumen von mehr als 700 Millionen Euro ist den Angaben zufolge das erste kommunal betriebene Energieprojekt dieser Art. Bis Ende 2012 soll der erste Bauabschnitt mit 200 Megawatt Leistung in Betrieb gehen und rund 200.000 Haushalte mit Strom versorgen. Eine Ausbaustufe mit einem voraussichtlichen Betriebsstart 2015 sei bereits in Planung.

Bei der Energiewende spielten die Stadtwerke eine zentrale Rolle, sagte der Sprecher der Trianel-Geschäftsführung, Sven Becker. Entsprechend müssten sich die kommunalen Versorger weg vom reinen Energielieferanten hin zum kundenorientierten Energiedienstleister wandeln. Trianel werde seine Partner auf diesem Weg unterstützen.

Als Beispiele nannte Becker das mit 53 Stadtwerken 2010 gestartete bundesweit größte Netzwerk für Elektromobilität. Es soll unter anderem marktreife Produkte entwickeln und testen. Ein Elektrorad, das künftig auch das Nahverkehrsangebot ergänzen soll, wurde bereits auf den Weg gebracht.

Steinkohlekraftwerk in Lünen wird weitergebaut

Nach einem Rekordgewinn im Jahr 2010 sieht sich Trianel laut Becker für die nächsten Jahre "hervorragend aufgestellt". Der Überschuss kletterte im Vergleich zu 2009 um 20 Prozent auf 6,5 Millionen Euro und damit auf den höchsten Wert der Firmengeschichte. Die 1999 gegründete Trianel GmbH mit Sitz in Aachen ist das europaweit größte Gemeinschaftsunternehmen von unabhängigen Stadtwerken, zu dem inzwischen mehr als 100 kommunale Energieversorger gehören.

Das von Trianel geplante umstrittene Steinkohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Lünen sieht das Unternehmen auch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) auf dem Weg. Trianel verpflichte sich freiwillig, Schadstoffemissionen deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte zu garantieren. Es sei deshalb nicht davon auszugehen, dass das Urteil Auswirkungen auf den Weiterbau und die für Anfang 2013 geplante Inbetriebnahme habe, sagte Becker.

Der EuGH hatte im Mai die Klagerechte von Umweltverbänden gegen geplante Kohlekraftwerke gestärkt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte Widerspruch gegen die Genehmigung des Kraftwerksbau in Lünen durch die Bezirksregierung Arnsberg eingelegt. Die Energieversorger sehen in dem Urteil unterdessen keine grundsätzliche Änderung an rechtlichen Rahmenbedingungen.

dapd