Der ehemaligen Führungsspitze des Möbelkonzerns Schieder drohen langjährige Haftstrafen wegen Kreditbetrugs. Die Staatsanwaltschaft forderte am Mittwoch vor dem Landgericht Detmold für den Gründer des Unternehmens eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten, sein ehemaliger Geschäftsführer soll vier Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.
Staatsanwaltschaft fordert hohe Haftstrafen im Schieder-Prozess
Detmold (dapd-nrw). Der ehemaligen Führungsspitze des Möbelkonzerns Schieder drohen langjährige Haftstrafen wegen Kreditbetrugs. Die Staatsanwaltschaft forderte am Mittwoch vor dem Landgericht Detmold für den Gründer des Unternehmens eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten, sein ehemaliger Geschäftsführer soll vier Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.
Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die Angeklagten in den Jahren 2005 und 2006 in verschiedenen Unternehmen des Konzerns durch Scheinbestände und Überbewertungen in Höhe von jeweils etwa 20 Millionen Euro die Bilanzen verfälscht haben.
Auf Basis dieser Bilanzen soll die Konzernführung bei verschiedenen großen Banken Kredite in dreistelliger Millionenhöhe beantragt haben, um einen großen Finanzierungsbedarf zu decken.
Strafmildernd wertete die Staatsanwaltschaft, dass die Angeklagten durch den Betrug den Konzern und die 11.000 Arbeitsplätze hätten retten wollen. Es sei nicht um persönliche Bereicherung gegangen.
Für die Verteidigung stand im Fokus, dass der Firmengründer für die buchhalterischen Aufgaben Fachangestellte beschäftigt habe, denen er "blind vertraute". Letztlich sei er bei dem Versuch, den Konzern zu retten, allerdings überfordert gewesen und zu weit gegangen. Sie forderte deshalb ein Strafmaß, das drei Jahre und fünf Monate nicht überschreitet.
Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.
dapd
