Wer Preise vergleicht, spart – das gilt besonders beim Tanken und ist jetzt über Internet und Smartphone auch in Echtzeit möglich. Die neue Meldestelle des Bundeskartellamts für Benzinpreise ist gestartet. Über 13.000 deutschen Tankstellen machen bereits mit, weitere folgen. Verschiedene Infodienste stellen die Daten kostenlos zur Verfügung.

"Waffengleichheit mit der Mineralölindustrie" nannte Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes die Tatsache, dass deutsche Autofahrer nun eine bessere Möglichkeit haben, Preise zu vergleichen, bevor sie tanken gehen. Er stellte am Donnerstag die neue "Markttransparenzstelle für Kraftstoffe" vor, die die Preise von zunächst gut 13.000 deutschen Tankstellen erfasst. Die Informationen gelangen über das Internet, Smartphone-Apps und Navigationssysteme zu den Autofahrern.
Immerhin 60 Euro Spritersparnis seien im Jahr möglich, wenn man die jeweils günstigste Tankstelle ansteuere, rechnete die Verbraucherzentrale NRW vor. Die Rechnung basiert auf 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung und Preisunterschieden von fünf Cent, wie sie innerhalb einer Stadt sehr häufig vorkommen.
Spätestens nach fünf Minuten online
Die Meldestelle erfasst die Preise für Super (E 5 und E 10) und Diesel von 13.100 deutschen Tankstellen. Fast alle übrigen der bundesweit 14.500 Tankstellen sollen folgen. Bisher gebe es erhebliche Preisunterschiede in derselben Stadt und starke Preisschwankungen, sagte Mundt. Erfahrungen mit einer ähnlich aufgebauten Preismeldestelle in Österreich stimmten ihn optimistisch, dass die Autofahrer davon profitieren würden.
Das Bundeskartellamt gibt die Daten kostenlos weiter, zunächst an die vier Anbieter ADAC , clever-tanken.de , mehr-tanken.de und spritpreismonitor.de. Weitere acht Informationsdienste seien bereits zugelassen und würden in den nächsten Wochen folgen. Insgesamt hätten fast 100 Interessenten sich um die Verbreitung der Daten bemüht, sagte Mundt. Dabei dürfen die Dienste auch Geld für den Datenabruf verlangen.
Gemeldet werden sollen Benzinpreisveränderungen spätestens fünf Minuten nach dem Inkrafttreten, maximal eine weitere Minute braucht das Bundeskartellamt für die Durchleitung zu den Informationsportalen.
Die Verbraucherzentrale NRW begrüßte die neue Meldestelle, gab aber auch zu bedenken, dass Autofahrer bei der Fahrt zur preiswerteren Tankstelle wiederum Sprit verbrauchten und dies unbedingt mit einberechnen sollten. dhz/dpa