Handwerkskammer unterstützt Netzwerkprojekt Sporttechnologie statt Kohleabbau: Neue Perspektive für die Lausitz

Innovative Sporttechnologie könnte bald aus der Lausitz kommen – ob für Pumptracks, Sportschuhe, Sportsitze oder jegliche andere Sportausrüstung. Die Handwerkskammer Dresden baut derzeit ein Netzwerk zwischen Handwerksunternehmen auf. Es geht um neue Geschäftsfelder und auch Neugründungen als Ersatzwertschöpfung zum Kohleabbau.

Sporttechnologie
Um den durch den Kohleausstieg notwendigen Strukturwandel in der Lausitz erfolgreich zu bewältigen, unterstützt die Handwerkskammer Dresden Betriebe, die neue Geschäftsfelder im Bereich der Sporttechnologien finden wollen. - © metamorworks - stock.adobe.com

Es sind Handwerksbetriebe wie Bikepoint Wiesner und Dextor Bauleistungen, die der Lausitz einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung bringen können. Die einen verkaufen Fahrräder und bieten einen umfassenden Beratungs- und Reparaturservice rund ums Fahrrad an. Die andere bauen Skaterparks und Pumptracks. Beide sind im Bereich der Sporttechnologie aktiv und genau dafür soll die Region, die einst durch den Bergbau und den Kohleabbau geprägt war, ein neues Zentrum in Deutschland werden.

Und Zentrum bedeutet konkret, dass die Firmen, die sich hier ansiedeln, gut vernetzen und so gemeinsam an der Idee arbeiten. Gleichzeitig geht es darum, dass bestehende Handwerksbetriebe im Bereich der Sporttechnologie neue Geschäftsfelder erschließen und dabei Unterstützung bekommen – ebenso wie Neugründungen in diesem Bereich. Diese Unterstützung kommt von der Handwerkskammer Dresden, die bereits seit einiger Zeit am Projekt "Sporttechnologie im Lausitzer Handwerk" arbeitet und nun damit an die Öffentlichkeit tritt.

Sporttechnologie für die Wirtschaftsregion Lausitz

Denn die Lausitz, die eigentlich Wirtschaftsstandort vieler kleiner und mittelständischer Betriebe ist, steht durch den Kohleausstieg vor einem Strukturwandel, den die Handwerkskammer aktiv begleiten möchte. So sollen durch das neue Netzwerk auch Perspektiven für möglichst viele Handwerksbetriebe entstehen. Denn von dem Umbruch der Wirtschaftsregion Lausitz sind einem Bericht des Weißwasserander Tageblatts über 4.300 Betriebe im Landkreis Görlitz und weitere fast 4.600 Firmen im Landkreis Bautzen direkt betroffen.

In den vergangenen Monaten haben die Kammermitarbeiter Handwerksunternehmen auf ihr Potenzial überprüft im Bereich der Sporttechnologie neue Geschäftsfelder zu finden und auch Kontakte aufgebaut. Dabei hat die Handwerkskammer Themenfelder identifiziert, in denen sich Handwerksbetriebe besonders gut einbringen und Netzwerks bilden können, um vielleicht auch gemeinsam mit anderen in der Sporttechnologie Fuß zu fassen. Die Handwerkskammer Dresden präsentiert fünf identifizierte Themennetzwerke. Diese sind:

  • Physiologie: Sitzen – Von Reiten, über Radsport bis hin zu Kanu-
    oder Motorsport gibt es im Handwerk zahlreiche Ansatzpunkte bei der Fertigung und Optimierung von Sportsitzen.
  • Sportgerät: Schuh – Egal ob Wander-, Lauf-, Schlitt- oder Radschuh – die Anforderungen an das Sportgerät „Schuh“ erfordern je nach Sportart sehr spezifische Entwicklungsansätze.
  • Sportart: Radsport – Das Netzwerk Radsport umfasst neben dem Rad als Sportgerät auch die komplette Ausrüstung
  • Mountain-Bike-Streckenbau – Hier geht es um die Umsetzung unterschiedlicher Radbahnen und -strecken.
  • Übergreifend: Verletzungsprävention – Sportartübergreifend werden hier direkte (Schutzeinrichtungen am Sportler selbst) sowie indirekte (Schutzeinrichtungen auf Sportplatzen oder -geräten) Maßnahmen zur Verletzungsprävention betrachtet.

Lausitz als neues Zentrum der Sporttechnologie in Deutschland

Projektziel ist es nach Angaben der Kammer, die Region als eine der deutschlandweit führenden beim Thema der innovativen Sporttechnologien zu etablieren. Im Vordergrund steht dabei die Vernetzung untereinander sowie mit Hochschulen, Forschungsinstitutionen und Sportvereinen, so dass in der Region nach dem Kohleausstieg eine "Ersatzwertschöpfung" aufgebaut werden kann. Das erklärte Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, bei der Vorstellung des Projekts. Er hebt hervor: "Durch das aktive Vernetzen der Handwerksbetriebe entstehen Synergien, die für die Firmen neue Geschäftsfelder erschließen können. Denn Innovationen werden nicht selten da geboren, wo verschiedene Branchen aufeinandertreffen." jtw

>>> Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt "Sporttechnologie im Lausitzer Handwerk" sowie Ansprechpartner für diejenigen, die Unterstützung bei einem Entwicklungsvorhaben benötigen.