Interview Spitzensteuersatz trifft auch das Handwerk

Volker Wissing, finanzpolitischer Sprecher der FDP, ist gegen einen höheren Spitzensteuersatz in der Einkommenssteuer. Das hätte nur Auswirkungen auf den kleinen unternehmerischen Mittelstand.

Volker Wissing, finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Foto: dapd

Spitzensteuersatz trifft auch das Handwerk

Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes in der Einkommenssteuer trifft laut Wissing die Falschen. Das sagte er der Financial Times Deutschland (FTD) in einem Interview. Wissing weiter: "Eine Erhöhung hätte vor allem Auswirkungen auf den kleinen unternehmerischen Mittelstand. Ein Handwerksmeister oder ein kleinerer Unternehmer, der eine Personengesellschaft führt, zahlt Einkommenssteuer – und zwar den Spitzensteuersatz von 45 Prozent."

Für Kapitalgesellschaften würde hingegen nur die Körperschaftssteuer von 30 Prozent anfallen. Wissing weiter: "Eine Erhöhung der Einkommenssteuer träfe wieder die kleineren Unternehmen, während die großen ungeschoren davon kommen."

Deshalb hält der finanzpolitische Sprecher der FDP nichts von der Idee. Eine Steuer für Reiche brauche es nicht. In diesem Land sei es schließlich möglich, seine Steuerleistung individuell zu erhöhen. "Auf der Seite des Bundesfinanzministeriums befindet sich eine Kontoverbindung. Wer mehr zahlen will, braucht nur eine Überweisung auszufüllen", sagt er der FTD.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich vor einiger Zeit für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent ausgesprochen. Das Geld müsse genutzt werden, um die Neuverschuldung auf Null zu senken. Die FDP weist hingegen eine Erhöhung der Steuern für Besserverdienende zurück sowie führende Unions-Politiker der CDU.

rh