Internationale Handwerksmesse in München Spitzengespräch ohne Spitze

Politisch steht die Internationale Handwerksmesse in München unter keinem guten Stern. Die Eröffnung fand ohne große Prominenz statt. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte ihre Teilnahme am Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft ab. Trotzdem betonte die Wirtschaft ihre Forderungen. Von Patrick Choinowski

Spitzengespräch ohne Spitze

Die Ereignisse in Lybien überschatteten das Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft, das traditionell im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse stattfindet. Kurzfristig sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Teilnahme ab. "Sie hat mir telefonisch mitgeteilt, dass sie in Berlin bleiben muss", erklärte Handwerkspräsident Otto Kentzler. So musste das Spitzengespräch ohne Spitze stattfinden, auch wenn das Kanzleramt als Vertreter seinen Minister Ronald Pofalla nach München schickte.

Die vier große Wirtschaftsverbände – BDA, BDI, DIHK und ZDH – bedauerten die Absage der Kanzlerin, zeigten aber Verständnis. Sie wollten trotzdem nicht auf die "Münchner Erklärung" verzichten, in der sie ihre Forderungen an die Politik formulierten.

Aus aktuellem Anlass stand die Natur- und Atomkatastrophe in Japan auf der Agenda. Hier rufen die Verbände auf, auf verlässliche und transparente Informationen zu setzen. Die Verbände warnen deshalb vor zu großer Panikmache vor steigenden Energiepreisen. "Wir müssen transparent und rational untersuchen, was die Katastrophe für die Wirtschaft bedeutet und welche Arbeit und welches Engagement diese erfordert", erklärte DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann. Handwerkspräsident Otto Kentzler sieht die Gefahr der steigenden Kosten für Energie zwar für die Handwerksbetriebe, doch sieht er auch Chancen für den Wirtschaftszweig: "Die alternativen Energien werden zunehmen. Das könnte gut sein für unsere Betriebe."

Darüber hinaus erörterten die Wirtschaftsverbände mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla über Steuer- und Haushaltsfragen sowie Lösungen des drohenden Fachkräftemangels. Um diesem zu begegnen forderte Driftmann „ein Bündel an Maßnahmen“. Dazu gehörten eine Verbesserung der Ausbildung sowie eine „intelligent gesteuerte Zuwanderung“. Nun ist es an Pofalla, die Anliegen der deutschen Wirtschaft an die Kanzlerin weiterzugeben. Wobei diese in diesen Tagen viele andere Probleme lösen muss. Die Internationale Handwerksmesse musste das leidvoll erfahren.