Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erhält in der Debatte um neue Griechenland-Hilfen Unterstützung von ungewohnter Seite. Nun fordert auch die SPD-Linke eine Beteiligung privater Gläubiger an einem neuen Rettungspaket.
SPD-Linke für Beteiligung privater Gläubiger
Düsseldorf (dapd). Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erhält in der Debatte um neue Griechenland-Hilfen Unterstützung von ungewohnter Seite. Nun fordert auch die SPD-Linke eine Beteiligung privater Gläubiger an einem neuen Rettungspaket. "Dabei muss klar sein: Risiko und Haftung gehören zusammen. Deshalb ist es richtig, dass Finanzminister Schäuble in Brüssel auf eine Gläubigerbeteiligung drängt", sagte der Vize-Sprecher der SPD-Linken im Bundestag, Carsten Sieling, "Handelsblatt Online".
Allerdings fügte Sieling hinzu: "Wer wie Deutschland aber in der Vergangenheit so viel europäisches Porzellan zerschlagen hat, braucht sich nicht wundern, wenn Schäubles Vorschlag der verpflichtenden Gläubigerbeteiligung nicht überall als Masterplan bejubelt wird."
Sieling forderte Schäuble auf, die Finanzmärkte und den Euroraum im Falle einer Beteiligung der Privatwirtschaft gegen Verwerfungen abzusichern. Dies funktioniere nur, wenn auch gleichzeitig die Refinanzierung der Krisenstaaten gesichert sei. Deshalb seien Eurobonds und Vorkehrungen für eventuell auftretende Schieflagen nötig. "Hierzu aber fehlt Schäuble bislang der Mut."
Zugleich forderte Sieling die privaten Gläubiger und die Europäische Zentralbank (EZB) auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben. Beide müssten einsehen, "dass der Spatz in der Hand besser ist als die Taube auf dem Dach - also die Bedienung der griechischen Schulden ein paar Jahre später allemal die bessere Alternative ist, als ein Zahlungsausfall zum jetzigen Zeitpunkt".
dapd
