Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel zeigt sich grundsätzlich offen für eine Diskussion mit der Bundesregierung über den geplanten Atomausstieg. Dass Deutschland als eines der stärksten Industrieländer der Welt einen solchen Konsens brauche, stehe außer Frage, sagte Gabriel am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Es seien jedoch noch viele Fragen ungeklärt.
SPD-Chef Gabriel offen für Energiediskussion mit Regierung
Köln (dapd). Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel zeigt sich grundsätzlich offen für eine Diskussion mit der Bundesregierung über den geplanten Atomausstieg. Dass Deutschland als eines der stärksten Industrieländer der Welt einen solchen Konsens brauche, stehe außer Frage, sagte Gabriel am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Es seien jedoch noch viele Fragen ungeklärt.
Offen sei etwa, wie die Regierung den fehlenden Atomstrom ersetzen wolle. Die SPD habe außerdem die Sorge, dass das Thema der Endlagerung von Atommüll nicht offen angegangen werden. Bei der Suche nach Endlagern müssten neben Gorleben auch mögliche Standorte in anderen Bundesländern in Betracht gezogen und auf ihre Eignung untersucht werden, fügte Gabriel hinzu. Dazu zähle auch Baden-Württemberg.
Auch die Finanzierung der Energiewende und die Demokratisierung des Strommarktes seien noch nicht geklärt. Es dürfe nicht sein, dass die Kosten der Energiewende allein den Stromkunden aufgebürdet werden. Außerdem müsse die Marktmacht der vier großen Energieversorger deutlich reduziert werden, erläuterte Gabriel. Sonst werde es für die Kunden teuer.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sucht bei der Energiewende derzeit den Konsens mit der Opposition. Mit den Partei- und Fraktionsspitzen beriet sie am Montag über das weitere Vorgehen beim Atomausstieg.
dapd
