Trendumkehr Sparkassen vergeben wieder mehr Immobilienkredite

Das Kreditgeschäft mit gewerblichen Kunden entwickelt sich im ersten Halbjahr 2024 dagegen verhalten. Niedrigere Baunebenkosten könnten helfen, dass wieder mehr gebaut wird.

Das gesunkene Zinsniveau und steigende Löhne ermöglichen es wieder mehr Privatpersonen, Wohneigentum zu finanzieren. - © Bernd Leitner - stock.adobe.com

Das Kreditgeschäft der Sparkassen hat sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder etwas verbessert. "Während die Nachfrage im Unternehmenskreditgeschäft bislang sehr verhalten verläuft, sehen wir bei den Krediten an Privatpersonen einen Aufwärtstrend – wenn auch auf noch niedrigem Niveau", sagte Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Insgesamt hätten die Sparkassen bis Ende Juli 65,7 Milliarden Euro an neuen Krediten zugesagt. Ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Etwas niedrigere Zinsen und höhere Löhne helfen

Eine Trendumkehr können die Sparkassen nach Angaben des DSGV bei den privaten Immobilienfinanzierungen verzeichnen. "Das Zinsniveau ist zuletzt wieder leicht gesunken und die Löhne teilweise kräftig gestiegen", sagte Reuter. Das mache die Entscheidung für die eigene Wohnung oder das eigene Haus grundsätzlich leichter. Insgesamt seien seit Jahresbeginn 19,3 Prozent mehr private Immobilienfinanzierungen zugesagt worden als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dies sei aber immer noch rund 50 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2021 und 2022.

Reuter: Politik muss Baunebenkosten senken

Mit Blick auf die in hohen Baukosten appellierte Reuter an die Politik, ihren Teil zur Kostensenkung beizutragen. "Rund 37 Prozent der Baukosten sind von der öffentlichen Hand verursacht", sagte der Sparkassen-Präsident. Dazu zählten nicht nur die Grunderwerbsteuer und Umsatzsteuer oder Vorgaben zum sozialen Wohnungsbau sowie kommunale Auflagen, sondern auch technische Bestimmungen sowie Normen und Qualitätsstandards. "Bei der Grunderwerbsteuer, bei den Auflagen und durch mehr Standardisierung könnten schnell Effekte erzielt werden", forderte er.

Gewerbliche Wohnungsbaukredite legen ebenfalls zu

Im gewerblichen Geschäft läuft die Kreditnachfrage nach Angaben des DSGV dagegen verhalten. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 wurden 2024 mit 37 Milliarden insgesamt 5,4 Prozent weniger an neuen Krediten an Unternehmer und Selbständige vergeben. Insgesamt seien die Betriebsmittel- und Investitionskredite um knapp zehn Prozent zurückgegangenen, während das Geschäft mit den gewerblichen Wohnungsbaukrediten wieder um 6,3 Prozent zugelegt habe.