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Tipps für den Sonnenschutz Sonnensegel & Co.: So umgehen Sie typische Fehler bei Kauf und Pflege

Wer ein Sonnensegel möchte, ist mit einem großen Sonnenschirm vielleicht viel besser beraten. Auch bei der Pflege des Sonnenschutzes schleichen sich öfter mal grobe Fehler ein. Die besten Tipps vom Experten im Überblick.

Immer mehr Menschen investieren in die Renovierung ihrer Häuser. Wer eine schöne Terrasse haben möchte, setzt dabei auf hochwertige Markisen oder Sonnensegel. Oft ist dies eine Anschaffung, die für Jahre und Jahrzehnte geplant ist. Käufer sollten sich daher vorher gut informieren und ihre Produkte anschließend richtig vor Wind und Wetter schützen.

1. Was sind die aktuellen Trends beim Sonnenschutz?

Markisen, Sonnensegel oder Jalousien werden immer individueller und die Kunden legen Wert auf hochwertige Materialien, weiß Christoph Silber-Bonz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Rollladen und Sonnenschutz. Nicht nur Wunschfarben, sondern auch Muster oder Schriftzüge stehen in der Gunst der Kunden hoch im Kurs. Kein Wunder, dass immer mehr Hersteller solche Produkte anbieten. Wer seinen Firmennamen oder das Logo vom Lieblingsverein auf das Tuch gedruckt haben möchte, sollte direkt beim Fachmann nachfragen.

Nicht selten werden auch Beleuchtung, Heizung oder Lautsprecher in den Sonnenschutz integriert. "Aber nicht nur die Automatisierung spielt in unserer Branche eine große Rolle, gefragt sind momentan zum Beispiel auch Terrassendächer", sagt Silber-Bonz. Ein Terrassendach ist eine Konstruktion aus Holz, Stahl, oder Aluminium mit einem Glasdach, ähnlich einem Wintergarten, aber offen. Für Hauseigentümer, die auch bei Wind und Regen ein paar entspannte Stunden auf der Terrasse verbringen wollen, ist dies eine interessante Alternative.

Ein weiterer Trend, den der Verbandschef identifiziert, sind Zip-Screens, senkrechte Markisen in Führungsschienen, die an Fenstern montiert werden. "Diese Produkte sind windstabil und sehen auch noch gut aus", sagt Silber-Bonz.

2. Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Wichtig ist es, sich vor dem Kauf genau zu überlegen, wann und wo man den Sonnenschutz nutzen möchte. Der Fachmann kann anschließend helfen das perfekte Produkt zu finden. "Viele Kunden kommen mit dem Wunsch nach einem Sonnensegel zu uns. Jedoch wird nach genauer Betrachtung der zur Verfügung stehenden Terrasse oder Gartenfläche und entsprechenden Himmelsrichtung klar, dass das nicht die richtige Lösung ist", sagt Michael Mester, Sonnenschutzexperte aus Bielefeld. Mester empfiehlt dann zum Beispiel einen großen Sonnenschirm als Alternative.

Berücksichtigt werden muss auch, wo und wie der Sonnenschutz befestigt werden soll. Sonnensegel können z.B. an der Fassade, an einer Gartenmauer oder der Garagenwand befestigt werden. Entscheidend ist laut Mester aber der Schattenwurf. Wenn man überprüft hat, an welcher Stelle das Produkt den gewünschten Effekt bringt, ergeben sich daraus die Befestigungspunkte.

3. Wie schütze und pflege ich Jalousien, Sonnensegel und Markisen richtig?

Die meisten Stoffe für die Markisen und Co. werden laut Silber-Bonz in Europa produziert und halten, bei richtiger Pflege, sehr viele Jahre. Unterschiede bei Schutz und Pflege gibt es vor allem zwischen festen oder beweglichen Sonnenschutzanlagen. Fest montierte Anlagen sollten von Haus aus so konzipiert sein, dass sie auch widrigen Wetterverhältnissen standhalten. Falls dies nicht der Fall ist, sollte der Käufer sie leicht demontieren können. Fachmann Mester weist zudem darauf hin, dass es neben der Pflege auch darauf ankommt, wie häufig ein Sonnenschutz genutzt wird. Im Privatbereich sei dies oft seltener der Fall als bei Firmenkunden.

Egal, wo die Anlage steht, diese Punkt sollte man bei der Pflege berücksichtigen:

Dos bei der Pflege des Sonnenschutzes

  • sichtbaren Teile säubern und einer optischen Prüfung unterziehen
  • Staub und Ablagerungen mit einem weichen Besen entfernen
  • eingetrocknete Flecken mit einem weichen Schwamm, milder Seifenlauge und Wasser entfernen
  • Herstellerangaben beachten
  • bewegliche Teile ölen (ist bei manchen neuen Sonnenschutzanlagen nicht mehr notwendig)
  • jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb

Dont´s bei der Pflege des Sonnenschutzes

  • Hochdruckreiniger verwenden: Er kann Lamellen verbiegen und das Markisentuch aufrauen
  • Zu fest reiben und das Tuch zu stark beanspruchen
  • Markise nass aufrollen: Das Markisentuch muss nach der Reinigung komplett trocknen, bevor es eingefahren wird. Sonst entstehen Verfärbungen und Pilzbefall in Form von Stockflecken
  • Flecken trocken ausbürsten: So wird der Schmutz nur noch tiefer in die Faserzwischenräume eingerieben
  • Harte Bürsten oder Schwämme auf dem Tuch verwenden
 
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