Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis Sonnenbalkon über dem Inntal

Nur fliegen ist schöner, mag mancher Skisportler denken, wenn er über die traumhaften Pisten Tirols in die Tiefe wedelt. Auf dem Hochplateau von Serfaus-Fiss-Ladis wird der Traum Wirklichkeit: Ein bisschen Mut vorausgesetzt, kann der Winterurlauber hier mit bis zu 80 Sachen über die Möseralm schweben.

Ulrich Steudel

Sonnenbalkon über dem Inntal

Das gemeinsame Skigebiet der Orte Serfaus, Fiss und Ladis liegt schneesicher hoch über dem Inntal und wird von 2.000 Sonnenstunden pro Jahr verwöhnt. Doch der Wettstreit unter den alpenländischen Touristenregionen ist hart und fördert den Einfallsreichtum. Und so ist der "Flieger von Fiss" nicht die einzige Winter-Attraktion in dem Skiverbund am Ostzipfel der Samnaungruppe.

Gleich nebenan schleudert der Skyswing Adrenalinsüchtige durch die Luft. Aus zwölf Metern Höhe saust die Riesenschaukel zunächst nach unten, drückt ihre sechs Insassen mit vierfacher Erdanziehungskraft in die Sitze, um sie dann wieder in die Höhe zu jagen. Anschließend schwingt das gigantische Pendel langsam aus.

Gedämpfte Klaviermusik statt Après-Ski-Halli-Galli

Wer nach so viel Action einen Gang zurückschalten und sich ein bisschen Luxus gönnen möchte, sollte Tirols erste Skilounge an der Mittelstation der Komperdell-Seilbahn ansteuern. Die freundliche Hostess am Empfang weist zur Gaderobe, wo der geneigte Gast die unbequemen Skistiefel gegen wohlige Filzpantoffeln austauschen sollte, bevor er in edlem Ambiente einen edlen Tropfen genießen kann. Gedämpfte Klaviermusik statt Après-Ski-Halli-Galli, moderne Architektur mit viel Glas statt Blockhüttenatmosphäre. Während der Internationalen Tourismus-Börse (ITB), der weltgrößten Fachmesse in Berlin, wurde die Skilounge 2006 zur innovativsten Idee der Reisebranche Österreichs gewählt.

Besonders familienfreundlich

Auch Eltern können hier richtig abschalten, denn Serfaus, Fiss und Ladis wollen vor allem jungen Familien einen unbeschwerten Winterurlaub bieten. Dafür wurde in dem Gebiet eine Fläche von 140.000 Quadratmetern ausschließlich für Kinder reserviert. Ob Murmelipark oder Kinderschneealm, ob Ski- oder Snowboardunterricht oder Rodelbahn – die Angebote für den Nachwuchs sind reichhaltiger als anderswo.

Wer nun glaubt, Skifahren würde auf dem Sonnenbalkon oberhalb von Landeck zur Nebensächlichkeit, der irrt. Das Skigebiet verfügt über 185 Pistenkilometer, davon 135 in schneesicheren Höhen von über 2.000 Meter. 53 Liftanlagen können bis zu 70.000 Gäste pro Stunde in die Berge befördern. Nach und nach werden auch die letzten Schlepplifte gegen Sessellifte ausgetauscht. Ganze Hundertschaften von Skilehrern, davon 250 mit spezieller pädagogischer Ausbildung für Kinder, warten während der Saison auf Gäste.

Männer wie Georg, der seit vier Jahrzehnten jeden Winter zwischen Peischlkopf- und Frommesabfahrt unterweg ist und hier jeden Schleichweg kennt, auch die Abkürzung ins Tal, wo im Wellnesshotel schon die Physiotherapeutin wartet. Eine Ganzkörpermassage wird die Glieder für den Abend wieder in Form bringen. Nicht einmal fliegen wäre jetzt schöner.