Sonne für die Rollladenbauer

Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V. in München optimistisch

Sonne für die Rollladenbauer

„Natürliches Energiesparen mit Sonnenschutz muss in Zukunft genauso gefördert werden wie neue Heizungsarten, Solartechniken oder Windmühlenparks im Meer“, forderte Wolfgang Cossmann, Präsident des Bundesverbandes Rollladen + Sonnenschutz e.V., bei einem Pressegespräch im Vorfeld der 49. Haupttagung des Verbandes in München. Dementsprechend erhofft sich das Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk von der neuen Bundesregierung ein energiepolitisches Gesamtkonzept, das den Beitrag der Branche zum Energiesparen einschließt und anerkennt.

„Mit dem richtigen Sonnenschutz am richtigen Platz, fachmännisch installiert, kann der Energieverbrauch nachhaltig um bis zu 40 Prozent gesenkt werden“, fuhr Cossmann fort. Der Verbandspräsident verwies in diesem Zusammenhang auf eine von der ES-SO (European Solar Shading Organisation) in Auftrag gegebene Untersuchung. Diese bescheinigt dem Sonnenschutz ein europäisches CO2-Einsparpotenzial von 110 Millionen Tonnen pro Jahr, wobei 80 Millionen Tonnen auf Kühleffekte und 30 Millionen Tonnen auf Heizungseffekte entfallen. Zum Vergleich: Die EU-Glühbirnenverordnung bringt eine Einsparwirkung von maximal 23 Millionen Tonnen CO2.

Logo soll Vertrauen stärken

Im Rahmen des Pressegesprächs zog Cossmann Bilanz für seine Branche: So stieg der Geschäftsklimaindex, der Lage und Erwartungen bündelt, zuletzt steil an. Nach einem Tief von 57 Punkten im 4. Quartal 2008 und 73 Punkten im 1. Quartal 2009 kletterte er im 2. Quartal 2009 bereits auf 87 Punkte und erreichte damit fast wieder den Wert vor der Finanzkrise von 89 Punkten. Diese Zuversicht überrascht etwas, da der Umsatz 2008 krisenbedingt um fast 12 Prozent von 1,98 Milliarden auf 1,74 Milliarden Euro zurückging. Pro Betrieb sank der durchschnittliche Jahresumsatz um ca. zehn Prozent von 866.000 auf 773.000 Euro.

Ebenso verringerte sich die Zahl der Beschäftigten von durchschnittlich 7,8 auf gut sieben. Die Zahl der Ausbildungsstätten stieg bis zum 31. Dezember 2008 von 360 auf 365, die Zahl der Ausbildungsverhältnisse von 518 auf 528. Cossmann kündigte an, der Verband werde das Vertrauen der Verbraucher, getragen durch hohe Qualifikation und sichere Qualität der Fachbetriebe, mit einem neuen Markenzeichen, dem RS-Logo, stärken.

Der Optimismus in der Branche basiere auch auf einer Renaissance der handwerklichen Dienstleistungen, betonte der Verbandspräsident. So wurden bereits 2008 fast 90 Prozent der Umsätze durch Montage, eigene Fertigung oder Weiterverarbeitung von Halbfertigprodukten sowie durch Wartung und Reparatur erwirtschaftet, nur noch gut zehn Prozent entfielen auf den Neubausektor. Die Konjunkturprogramme der Bundesregierung wirken sich bereits auf 25 Prozent der Betriebe positiv aus. „Maßgeblich dafür ist, dass die Förderung der energetischen Gebäudesanierung erstmals auch Sonnenschutzmaßnahmen einschließt.“, berichtete Cossmann.jcu