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Was gehört in den Sondermüll? Sondermüll: Wie werden Batterien und Co. richtig entsorgt?

Altöl, Batterien und Elektroschrott – in Betrieben fällt täglich sehr viel Sondermüll an. Was Betriebe und Privatpersonen dabei beachten sollten. Was als Sondermüll gilt und wie er richtig entsorgt wird.

Sondermüll richtig entsorgen
Wie wird Sondermüll richtig entsorgt? Auf diese Frage gibt es viele Antworten, denn Sondermüll wie Batterien, Altholz oder Medikamente werden alle unterschiedlich entsorgt. -

Für viele Handwerksbetriebe sind Produkte, wie Motoröl, Farben und elektronische Geräte alltägliche Gebrauchsgegenstände. Wenn Sie verbraucht sind, gelten sie als Sondermüll. Um Wertstoffe und umweltschädliche Bestandteile richtig zu verwerten, müssen einige Vorschriften beachtet werden.

Wie werden Medikamente richtig entsorgt?

In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung zur Entsorgung von Medikamenten und Arzneimitteln. Medikamente können über den normalen Hausmüll, Schadstoffmobile, Recyclinghöfe entsorgt werden. Manche Apotheken bieten auch eine Rücknahme der alten Flaschen und Tabletten an. Dazu sind sie jedoch seit 2009 nicht mehr rechtlich verpflichtet.

Damit sich Verbraucher über die richtige Entsorgung der Medikamente informieren können, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Internetportal erstellt. Hier sind alle Landkreise mit der zuständigen Institution für die Abfallentsorgung gelistet.

Das BMBF empfiehlt vor allem die Entsorgungswege Schadstoffmobil, Recyclinghof oder Apotheke. Medikamente über die Toilette zu entsorgen, ist keine Alternative, da die Kläranlagen die Inhaltsstoffe oft nicht ausreichend filtern können. Dadurch werden Flüsse, Seen und schließlich auch das Trinkwasser mit medizinischen Wirkstoffen verunreinigt. Ratsam ist es außerdem, von Beginn an nur Medikamente zu kaufen, die auch in den kommenden Monaten benötigt werden.

Wie werden Batterien richtig entsorgt?

Batterien und Akkus dürfen nicht in den Hausmüll. Sie enthalten Wertstoffe, die recycelt werden können – wie Zink, Eisen, Aluminium, Lithium und Silber – aber auch gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe – wie Quecksilber, Cadmium und Blei.

Batterien haben zudem eine sehr schlechte Energiebilanz. Sie benötigen bei der Herstellung 40- bis 500-mal mehr Energie, als sie nachher abgeben können. Akkus schneiden durch häufiges Aufladen besser ab. Daher sollten Batterien nur dann eingesetzt werden, wenn keine mechanischen oder netzabhängigen Alternativen vorhanden sind. Das spart Geld und schont die Umwelt.

Leere oder kaputte Batterien können unentgeltlich in Sammelboxen in jedem Discounter, Drogerie- oder Baumarkt abgegeben werden. Teilweise bieten auch die Kommunen diesen Dienst an sowie die Schadstoffsammelstellen. Bisher werden rund 40 Prozent der alten Batterien zurückgegeben.

Wie wird Elektroschrott richtig entsorgt?

In jeder Kommune gibt es Sammelstellen für Elektroschrott. Dort können alte Elektrogeräte kostenlos abgegeben werden. Die Hersteller der Geräte sind verpflichtet, die Altgeräte dort abzuholen und zu entsorgen.

Auf den meisten Elektrogeräten ist eine durchgestrichene Mülltonne abgebildet. Diese Kennzeichnung verbietet es die Geräte in die Mülltonne zu werfen. Bei kleineren Geräten ist das Symbol eventuell nur auf der Verpackung zu finden. Das heißt, auch wenn auf dem Mixer oder der Computermaus das Symbol fehlt, dürfen diese Gegenstände nicht in den Hausmüll.

Batterien werden bei der Demontage der Geräte entnommen und fachgerecht entsorgt. Richtig und sinnvoll ist es trotzdem sie vorher selbst zur Sammelbox zu bringen.

Wie werden Energiesparlampen richtig entsorgt?

Energiesparlampen werden ebenfalls gesondert gesammelt. Da sie Quecksilber enthalten, gehören sie auf keinen Fall in den Hausmüll. Recycling- und Wertstoffhöfe, Schadstoffmobile und auch immer mehr Einzelhändler nehmen die verbrauchten Birnen an und entsorgen sie. Um sie beim Transport nicht zu beschädigen, ist eine leere Schachtel am besten geeignet. Informationen zur nächsten Sammelstelle für Energiesparlampen gibt es hier.

Was kostet die Entsorgung von Sondermüll?

Altholz sind Holzwerkstoffe, die bereits als Möbel, Verpackungshölzer, Bau- und Abbruchhölzer verwendet wurden. In Deutschland fallen jährlich rund 6,9 Millionen Tonnen Altholz an. 2,2 Millionen Tonnen werden davon wieder stofflich verwertet. Laut Altholzverordnung darf Altholz nicht mehr deponiert werden, sondern muss in Feuerungsanalgen energetisch verwertet werden.

Wie wird Altholz richtig entsorgt?

Recyceltes Altholz landet als Wertstoff meistens in der Spanplattenindustrie, etwa 20 bis 25 Prozent. Viele Althölzer dürfen jedoch wegen Schadstoffbelastung nicht mehr wiederverwendet werden und werden verbrannt.

Altholz kann über die Sperrmüllsammlung entsorgt, oder direkt beim Recyclinghof abgegeben werden. Wer zu Hause Holz verbrennt sollte darauf achten, nur naturbelassenes Frischholz zu verwenden. Altholz sieht man oft nicht an, dass es mit Holzschutzmitteln behandelt wurde . Wird es verbrannt, gelangen schädliche Stoffe in die Luft.

Wie werden Altfahrzeuge richtig entsorgt?

Jährlich fallen rund eine halbe Million PKWs und leichte Nutzfahrzeuge als Altfahrzeuge an. Auch sie enthalten Wertstoffe sowie umweltschädliche Bestandteile.

Entsorgt werden können diese Autos in Demontagebetrieben oder anerkannten Annahmestellen oder Rücknahmestellen. Dafür muss der Halter nichts zahlen. Je nach Zustand, erhält er sogar noch Geld dafür.

Wenn das Auto noch fahrtüchtig ist, kann es auch exportiert werden. Der Handel von Gebrauchtwagen ist in vielen Importländern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allerdings sollten keine Autowracks, sondern nur funktionierende Gebrauchtwagen verschifft werden.

Wie wird Altöl richtig entsorgt?

Schmierstoffe und Schmieröle altern, wenn sie mechanischen oder thermischen Einflüssen ausgesetzt sind. Dabei reichern sich Schadstoffe an. Wenn die Flüssigkeiten ihre Funktion nicht mehr erfüllen können, müssen sie ausgetauscht werden. Die Entsorgung wird durch die Altölverordnung geregelt.

Bereits beim Kauf des Frischöls muss auf die ordnungsgemäße Entsorgung hingewiesen werden. Die Altöl-Annahmestelle muss nahe der Verkaufsstelle stationiert sein. Auch Online-Händler müssen beim Verkauf von Frischöl auf eine örtlich nahe Rückgabemöglichkeit hinweisen. Dort können die alten Schmierstoffe kostenlos abgegeben werden. jb

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