Verband sieht Ursache in Fördereinschnitten Solarwirtschaft verliert jeden zweiten Job

Während die weltweite Nachfrage nach Solarstrom wächst, ist nach Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums in Deutschland im Jahr 2013 knapp jeder zweite Job in der Photovoltaikbrache verloren gegangen. Schuld seien überzogene Fördereinschnitte, so der Bundesverband Solarwirtschaft.

Der BSW-Solar fürchtet noch höhere Jobverluste in der Solarwirtschaft, sollte es zu einem weiteren Absatzeinbruch in Deutschland kommen. - © Foto: BSW-Solar

Jeder zweit Job in der Photovoltaikbranche ist im vergangenen Jahr verloren gegangen. Nach Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums sank die Zahl der Beschäftigten in der Branche von 100.300 im Jahr 2012 auf 56.000 im Jahr 2013. Schuld seien die "überzogenen Fördereinschnitte" der letzte Jahre, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) im Vorfeld der Fachmesse für Solarwirtschaft "Intersolar Europe" vom 4. bis 6. Juni in München.

Körnig fürchtet weitere Jobverluste. "Die Solarjobs werden sich nochmals halbieren, wenn die Politik jetzt nicht das Ruder rumreißt", sagt Körnig. Nur eine Rückkehr zu verlässlichen Rahmenbedingungen und ein Verzicht auf die geplante "Sonnensteuer" könnten derzeit den Markteinbruch stoppen.

"Sonnensteuer" stößt auf breite Ablehnung

Die Bundesregierung plant eine EEG-Umlage auf Solarstrom zu erheben, der für die Selbst- und Mieterstromversorgung genutzt wird. Dieses Vorhaben werde nach einer Umfrage von TNS Emnid von 73 Prozent der Bevölkerung jedoch abgelehnt. Widerstand komme auch von Verbraucherschutz und Umweltschutzverbänden sowie aus der Land- und Immobilienwirtschaft. Der Bundesrat hatte sich am 23. Mai ebenfalls für Nachbesserungen am Gesetzentwurf der Regierung ausgesprochen.

Bei einer Einführung der "Sonnensteuer" fürchtet die Solarwirtschaft eine weitere Ausbremsung des Solarstrom-Ausbaus in Deutschland. Die Branche leide schon jetzt unter einem stark verlangsamten Ausbau, so der BSW-Solar. In den ersten vier Monaten 2014 sei nur noch halb so viel Photovoltaik-Leistung installiert worden wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Gegenüber 2012 sei der Frühjahrsmarkt um fast 75 Prozent eingebrochen.

Flaute in Deutschland, Boom in Ostasien

Während hierzulande ein Marktstillstand drohe, floriert im Ausland der Absatz der Photovoltaik-Technik. Im vergangenen Jahre habe sich etwa in Japan, China und den USA die Nachfrage nach Photovoltaik verdreifacht. China wolle die installierte Solarstrom-Gesamtleistung bis 2017 mehr als verdreifachen, so der BSW-Solar.

Angesichts des in Deutschland lahmenden Marktes fürchtet der BSW-Solar auch um die technische und klimapolitische Vorreiterrolle Deutschlands. Ein weiterer Markteinbruch werde die deutsche Solarbranche massiv treffen. "Die Vorteile der Technologie ernten dann andere", sagt Körnig.

Intersolar Europe: 4. bis 6. Juni auf der Messe München. 1.100 Aussteller, Technologie aus Photovoltaik, PV Produktionstechnik, Energiespeicher und regenerativer Wärme, Öffnungszeiten: Mittwoch 4: Juni: 9 bis 18 Uhr, Donnerstag 5: Juni: 9 bis 18 Uhr und Freitag 6. Juni: 9 bis 17 Uhr, Preise: Tageskarte 30 Euro, Dauerkarte 47 Euro, Online-Tickets Tageskarte 20 Euro, Dauerkarte 37 Euro. intersolar.de

fm