Schon acht Millionen Haushalte werden über Solaranlagen mit Strom versorgt. Das ist ein Plus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach massiver Kritik wegen des stockenden Netzausbaus will Bundesumweltminister Peter Altmaier nun den Ausbau der Stromnetze forcieren. Außerdem kündigte er an, dass die umstrittenen Ausnahmeregelungen für die Industrie überprüft werden.

Die etwa 1,3 Millionen Solaranlagen vor allem auf Hausdächern in Deutschland haben 2012 rechnerisch acht Millionen Haushalte mit Strom versorgt. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft entspricht das einem Plus von 45 Prozent.
"Deutschland erntet jetzt die Früchte seiner Anstrengungen bei der Solartechnik. Ihr Anteil an der Stromversorgung hat sich in nur drei Jahren vervierfacht. Gleichzeitig hat sich der Preis neuer Solarstromanlagen halbiert", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Carsten Körnig.
Ausbau der Netze
Um die erneuerbaren Energien zu fördern, wurde die EEG-Umlage eingeführt. Sie macht aber vor allem den Strom für mittelständische Betriebe und Privatverbraucher teurer. Seit dem Neujahrstag müssen Verbraucher zur Förderung des Ökostroms für die mit der Stromrechnung zu zahlende EEG-Umlage 5,3 Cent je Kilowattstunde statt wie bislang 3,6 Cent bezahlen.
Bundesumweltminister Peter Altmaier will den Ausbau der Stromnetze nun enger auf die erneuerbaren Energien abstimmen. Es sei völlig unerklärbar, wenn Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werde, aber nicht eingespeist werden könne, weil Leitungen fehlten, sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin".
"Das alles ist in den letzten Jahren nicht so frühzeitig koordiniert worden, wie es notwendig gewesen wäre", sagte er. "Deshalb müssen wir diese Hausaufgaben jetzt machen."
Ausnahmeregelungen werden geprüft
In den nächsten Wochen sollen nach Angaben des Ministers zudem die Ausnahmeregelungen für energieintensive Industriebetriebe überprüft werden. "Dann muss entschieden werden, ob man daran etwas ändert", sagte er.
Bundesweit profitieren mehrere Hundert Firmen oder Firmenteile von den Regelungen. Zum Schutz ihrer Wettbewerbsfähigkeit müssen sie bislang lediglich einen Anteil an der so genannten EEG-Umlage zahlen, der je nach Verbrauch zwischen einem und zehn Prozent liegt.
Das Handwerk kritisiert diese Regelung schon länger. Die Lasten seien ungleich verteilt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) schlägt etwa vor, Gewerbetreibende erst ab einem Verbrauch von 4.000 kWh mit der Stromsteuer zu belasten. dapd/dhz