Die deutsche Solarbranche und das Elektrohandwerk befürchten den Abbau mehrer tausend Arbeitsplätze angesichts der geplanten Absenkung der Solarförderung. Von Karin Birk, Berlin
Solarbranche und Elektrohandwerk fürchten um Arbeitsplätze
"Eine zu schnelle und abrupte Absenkung der Solarförderung gefährdet den heimischen Solarmarkt und damit eine Vielzahl der rund 20.000 in diesem Segment Beschäftigten im Handwerk", sagte Wolfgang Schmitt, Vorstandsmitglied im Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Die Politik dürfe die Branchen jetzt nicht im Regen stehen lassen, sagte er und forderte gemeinsam mit Carsten König vom Bundesverband Solarwirtschaft, von der bisherigen "drastischen Absenkung" der Solarförderung im Zuge der Novellierung des Erneuerbaren-Energien Gesetzes EEG Abstand zu nehmen.
Nach den neuen Plänen des EEG soll die Vergütung von eingespeistem Solarstrom nicht wie bisher jedes Jahr um fünf Prozent zurückgehen, sondern im kommenden Jahr um 9,1 Prozent und in den Folgjahren um 7,0 beziehungsweise 8,0 Prozent. "Eine derartige Absenkung führt zu Marktverwerfungen", warnt König. "Wir sehen einen Spielraum bis zu sieben Prozent", sagte er und bekräftigte die generelle Bereitschaft der Branche, die Solarförderung abzubauen. Mehr sei allerdings nicht zu verkraften. Die Politik müsse auch berücksichtigen, dass ein erheblicher Teil der durch Wachstums- und Rationalisierungsfortschritte erzielten Einsparungen durch "explodierende Rohstoffkosten" und "verschlechterte Finanzierungskosten" wieder aufgefressen würde.
ZVEH-Vorstandsmitglied Schmitt gab außerdem zu bedenken, dass auch die handwerklichen Werkleistungen von rund 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten einer Photovoltaikanlage schon "kostenoptimiert" seien und nicht weiter reduziert werden könnten. Sollte die Einspeisvergütung zu stark zurückgefahren werden, würden sich die Anlagen für eine zunehmende Anzahl von Betreibern nicht mehr rechnen, gaben die Verbandsvertreter zu bedenken. Um einen vorgezogenen Boom für 2008 und einen "knallharten Einbruch" im Jahr 2009 und die Folgejahren zu vermeiden, hoffen Schmitt und König jetzt auf entsprechende Nachbesserungen im Bundestag. Dieser soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause über das Gesetz abstimmen.
