Ukraine-Krieg und Energiekrise Solar-Boom: Der Wunsch nach Unabhängigkeit in der Krise

Schon 2021 war die Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch. Der Krieg in der Ukraine lässt die Nachfrage weiter nach oben schnellen. Von der Politik erwartet die Solarwirtschaft dringend Nachbesserungen.

Solarmodule und Handwerker auf einem Hausdach
Angesichts steigender Strompreise erfreut sich die Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien großer Beliebtheit. - © tong2530 - stock.adobe.com

Die Energiekrise lässt die Nachfrage nach Solarspeichern deutlich steigen. Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 141.000 dieser speziellen Batterien installiert, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit. Dies sei ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich registrierte er unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ein weiteres Anziehen der Nachfrage nach Solartechnik und Solarspeichern. Insgesamt gab es nach Verbandsangaben im vergangenen Jahr rund 413.000 Solarspeicher in deutschen Eigenheimen. Bis 2019 waren es 184.000 Speicher.

Speicher machen unabhängiger

Wie BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig weiter mitteilte, wollten sich immer mehr Haushalte durch eigene Solaranlagen und Solarspeicher unabhängig machen. Der Grund: Solarbatterien bieten eine gute Möglichkeit, den "preiswerten und klimafreundlichen Solarstrom vom eigenen Hausdach rund um die Uhr zu nutzen", erklärte er. Verstärkt werde die Nachfrage auch durch die Verbreitung von E-Autos. Hinzu kämen Befürchtungen von stark steigenden Energiepreisen und Versorgungsengpässen oder von Stromausfällen.

Bundesverband Solarwirtschaft: EEG dringend nachbessern

Der von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vorgelegte Entwurf zur Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) geht dem Bundesverband Solarwirtschaft nicht weit genug. Die Rahmenbedingungen zur dezentralen solaren Selbst- und Direktstromversorgung müssten deutlich verbessert werden, heißt es. Nötig seien deutlich weniger Bürokratie und eine Nachjustierung der Förderkulisse, hieß es. "Solar-Prosumer sind unverzichtbare Schrittmacher der Energiewende", sagte Körnig mit Blick auf Haushalte, die ihren Strom selbst erzeugen und nutzen.

Eine Vervielfachung bestehender Speicherkapazitäten sei darüber hinaus "erfolgskritisch" zum Ausgleich von Erzeugungsschwankungen wetterabhängiger erneuerbarer Energien und zur Stabilisierung des Stromnetzes.