Das Online-Portal "hochschulstart.de" wird vorerst nicht in Betrieb genommen. Die "Stiftung für Hochschulzulassung" teilte am Dienstag mit, dass die Inbetriebnahme des zentralen Bewerbungsverfahrens für Studienplätze im Internet verschoben und nicht wie geplant zum Wintersemester 2011/2012 starten werde.
Software-Probleme stoppen "hochschulstart.de" - Schavan fordert eine rasche Einführung
Berlin/Dortmund (dapd). Das Online-Portal "hochschulstart.de" wird vorerst nicht in Betrieb genommen. Die "Stiftung für Hochschulzulassung" teilte am Dienstag mit, dass die Inbetriebnahme des zentralen Bewerbungsverfahrens für Studienplätze im Internet verschoben und nicht wie geplant zum Wintersemester 2011/2012 starten werde. "Über einen neuen Starttermin wird der Stiftungsrat in Kürze entscheiden", sagte Sprecher Bernhard Scheer der dapd.
Ursprünglich war der Start für das gemeinsam von Hochschulen und Ländern getragene System für Mai 2011 geplant. Aufgrund von Software-Problemen zwischen dem Portal und den unterschiedlichen Systemen der Hochschulen sollte die Bewerbung zunächst nur für Studiengänge mit Einzelfächern zum kommenden Wintersemester beginnen. Dies ist nun auch erst einmal vom Tisch. Für das kommende Wintersemester müssen sich Studienanwärter wieder direkt bei den Universitäten bewerben.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bedauerte die Verzögerung und dass es der Stiftung nicht gelungen sei, das Bewerbungsverfahren zum Wintersemester umzusetzen. Sie forderte eine baldige Information zum weiteren Zeitplan. "Das neue System muss kommen - im Interesse der Studierenden und der Hochschulen", sagte die CDU-Politikerin. Kritik an ihrer Politik wies sie zurück: "Der Bund hat alle Voraussetzungen geschaffen für eines der europaweit modernsten Verfahren der Hochschulzulassung."
Die Opposition sieht das anders. "Der Flop des bundesweiten Bewerbungssystems ist eine Zumutung mehr für Studieninteressierte", sagte die Bildungsexpertin der Linken, Nicole Gohlke. "Wer studieren will, wird allein gelassen." Sie forderte ein Ende der Kooperationsverweigerung in der Hochschulpolitik. Ihre Kritik richtete sich besonders an Schavan: "Bildungsministerin Annette Schavan hat die Zügel schleifen lassen." Die Politik habe die Hochschulen zu profilierungssüchtigen Konkurrenten gemacht, was eine Kooperation bei der Zulassung sehr schwierig mache. Das eigentliche Problem sei der Mangel an Studienplätzen.
dapd
