Ländervorstoß für Steuervereinfachung Sockelbetrag bei Handwerkerrechnungen soll kommen

Die Länder nehmen einen neuen Anlauf zur Steuervereinfachung. Die Finanzminister hatten bereits im Sommer ein Elf-Punkte-Programm erarbeitet. Auch der jetzige Entwurf sieht vor, dass zukünftig nur Handwerkerrechnungen absetzbar sind, die über 300 Euro betragen. Der ZDB befürchtet, dass dadurch die Schwarzarbeit zunimmt.

Der ZDB befürchtet, dass die Schwarzarbeit angeheizt wird, wenn Handwerkerrechnungen erst ab 300 Euro absetzbar sind. - © Klaus-Peter Adler/Fotolia.com

Das Elf-Punkte-Programm  der Bundesländer sieht unter anderem die Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags um 130 Euro auf 1.130 Euro vor. Das geht aus einem Gesetzentwurf des hessischen Finanzministeriums hervor, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet.

Der Entwurf solle am 2. November im Bundesrat eingebracht werden. Das Elf-Punkte-Programm zur Steuervereinfachung mit Gegenfinanzierung werde unter anderem von Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Bremen unterstützt.

Für die steuerliche Berücksichtigung häuslicher Arbeitszimmer soll es demnach einen eigenen Freibetrag geben. Arbeitnehmer sollen monatlich 100 Euro pauschal beim Finanzamt angeben können. Zudem sollen die steuerlichen Pauschbeträge für Behinderte um 30 bis 50 Prozent erhöht werden.

Sockelbetrag heizt Schwarzarbeit an

Die Steuererleichterungen führen dem Entwurf zufolge zu Mindereinnahmen von 870 Millionen Euro im Jahr. Das wollen die Finanzminister an anderer Stelle hereinholen. So soll die Freigrenze für Sachbezüge vom Arbeitgeber von monatlich 44 auf 20 Euro gesenkt werden. Handwerkerrechnungen unter 300 Euro sollen nicht mehr abgesetzt werden können.

Bereits bei der Finanzministerkonferenz im Sommer ist ein solcher Sockelbetrag beschlossen worden. Der  Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) befürchtet, dass durch die Einführung eines solchen Sockelbetrags die Schwarzarbeit zunimmt.

Der ZDB begründet die Angst vor Schwarzarbeit damit, dass über die Hälfte aller Handwerkerrechnungen eben unter diesen 300 Euro liegen.

Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke kritisierte die Beschlüsse ebenfalls. Sie würden nur die Finanzverwaltung entlasten. Bürger und Unternehmen würden dabei leer ausgehen. dapd/rh