Empfehlungen, Netzwerke, Kontakte: Bei der Besetzung neuer Stellen sind diese Faktoren nach wie vor am erfolgreichsten. Welche anderen Kanäle genutzt werden und wie lange die Suche nach neuen Mitarbeitern dauert.
Handwerksbetriebe, die gute Mitarbeiter suchen, sollten Netzwerke pflegen und auch Arbeitssuchende sollten auf persönliche Empfehlungen setzen. Dann finden Chef und Mitarbeiter erfolgreich zusammen. So lautet das Fazit einer aktuellen Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
2015 stellten Arbeitgeber in Deutschland 3,4 neue Mitarbeiter ein. Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten setzte gut die Hälfte der Betriebe auf Stellenanzeigen auf der eigenen Homepage. Danach folgten persönliche Kontakte, der Vermittlungsdienst der Arbeitsagentur und Inserate in Zeitungen.
Die häufigsten Suchstrategien
- Eigene Homepage
- Über eigene Mitarbeiter/persönliche Kontakte
- Kontakt zur Arbeitsagentur
- Internet-Jobbörsen
- Eigene Inserate in Zeitungen oder Zeitschriften
- Bewerberliste oder Initiativbewerbungen
- Interne Stellenausschreibung
- Soziale Medien
- Private Arbeitsvermittlung
- Auswahl aus Azubis/Leiharbeitern/Praktikanten
Welche Suchstrategien sind am erfolgreichsten?
Das IAB hat in seiner Studie auch analysiert, wie erfolgreich diese Suchstrategien waren. Hier gewinnt die persönliche Empfehlung. Knapp 30 Prozent werden über dieses Instrument besetzt und die Erfolgsquote liegt nach Angaben der Studie bei knapp 60 Prozent.
Gründe für diesen Erfolg sind laut den Autoren, dass Mitarbeiter mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nur Personen empfehlen, von deren Eignung sie überzeugt sind. Betriebe vertrauen diesen Tipps in der Regel, da sie davon ausgehen, dass Mitarbeiter zum Erhalt ihrer guten Reputation nur geeignete Kandidaten vorschlagen.
Die erfolgreichsten Suchstrategien
- Über eigene Mitarbeiter/persönliche Kontakte
- Eigene Inserate in Zeitungen oder Zeitschriften
- Private Arbeitsvermittlung
- Bewerberliste oder Initiativbewerbungen
- Internet-Jobbörsen
- Kontakt zur Arbeitsagentur
- Eigene Homepage
- Interne Stellenausschreibung
- Soziale Medien
Welche Unterschiede gibt es beim Qualifikationsniveau?
Stellensuchen verlaufen unterschiedlich je nach Anforderungsprofil. Ungelernte Arbeitskräfte und Personen mit Berufsausbildung werden am häufigsten über persönliche Kontakte gesucht (62%) und auch am häufigsten mit dieser Strategie eingestellt. Bei Akademikern werden nur gut 40 Prozent über Empfehlungen gesucht und auch nur 20 Prozent tatsächlich eingestellt. In dieser Gruppe suchen Chefs meisten neue Mitarbeiter über eine Anzeige auf der eigenen Homepage (72%).
Wie lange dauert die Suche nach neuen Mitarbeitern?
Für Betriebe ist auch die Dauer der Personalsuche ein wichtiger Faktor. Sie kostet viel Zeit und damit Geld. 2015 dauerte es durchschnittlich 85 Tage, bis eine Stelle neu besetzt war. Allerdings waren ursprünglich nur 58 Tage dafür eingeplant.
Betriebe planen in der Regel mit einer längeren Suche für höherqualifiziertes Personal. Allerdings merken die Autoren der Studie an, dass die Suche nach ungelerntem Personal oft unterschätzt wird. Bei dieser Gruppe dauert es durchschnittlich 53 Tage, bis eine Stelle neu besetzt ist. Im Fazit weisen die Autoren darauf hin, dass es für Betriebe wichtig ist, realistisch und langfristig zu planen, um Kosten aufgrund unbesetzter Stellen zu vermeiden.
Wie wird die IAB Studie durchgeführt?
Das IAB untersucht mit der IAB-Stellenerhebung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im vierten Quartal 2015 wurden Antworten von 13.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche ausgewertet. Ein IAB-Kurzbericht mit den Ergebnissen zu den Besetzungswegen steht unter http://doku.iab.de/kurzber/2016/kb0416.pdf im Internet, die Zeitreihen zur Zahl der offenen Stellen sind unter http://www.iab.de/stellenerhebung/daten online veröffentlicht. Ein IAB-Forschungsbericht mit einer detaillierten Beschreibung des neuen Hochrechnungsverfahrens ist abrufbar unter http://doku.iab.de/forschungsbericht/2016/fb0416.pdf . jb